[Rezension] Mirko Bonné – „Wie wir verschwinden“

Mirko Bonné wurde 1965 am Tegernsee geboren.  Nach drei Romanen und mehreren  Gedichtbänden veröffentlicht der preisgekrönte  Autor, Mirko Bonné, nun seinen vierten, aktuell  für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2009  nominierten Roman „Wie wir verschwinden“.

In dem Roman erzählt Mirko Bonné von einer  tiefen Jugendfreundschaft, die vor vielen  Jahrzehnten an zwei Frauen und einem  dramatischen Unfall zerbrach. Einem Autounfall,  bei dem Albert Camus als Beifahrer Michel  Gallimards, einem Neffen seines Verlegers,  tödlich verunglückte.

Zum Inhalt: Raymond ist Witwer, seine Frau Véronique ist vor zwei Jahren an Krebs verstorben. Er hat zwei erwachsene Töchter, Jeanne und Penelope, und eine liebenswürdige Nachbarin, die sich um ihn kümmert, die er aber nicht sonderlich mag. Eines Tages erhält er überraschend einen Brief. Einen Brief von Maurice Ravoux, seinem Jugendfreund, den er seit vierzig Jahren weder gesehen noch gesprochen hat.

Maurice ist todkrank und erzählt in seinen Briefen die Geschichte um Albert Camus‘ Tod, den sowohl er als auch Maurice miterleben mussten. Ein Autounfall bei Villeblevin, dem Heimatort der beiden Freunde, irgendwo auf dem Weg zwischen der Provence-Alpes-Côte d’Azur und Paris. Mit dem Unfall begann der Riss in einer tiefen, bis dahin unzertrennlichen scheinenden Freundschaft.

Maurices Briefe fördern in Raymond längst vergessene Erinnerungen zurück ans Tageslicht, Erinnerungen, die leider nicht immer gut waren. Erinnerungen an die „Maschine des Verschwindens“, an Véronique, an Maurice und Délphine und nicht zuletzt an Délphine und ihn selbst. Gleichzeitig durchleben seine Töchter einschneidende Veränderungen: Jeanne verlässt ihren Mann, Penelope lernt einen neuen kennen und wird prompt schwanger. Zudem erkennt Raymond seine Liebe zu Robertine Sochu – der netten Nachbarin – und dass längst nicht alles so rosig war, wie es einst schien…

Fazit: Mirko Bonné erzählt in „Wie wir verschwinden“, wie wichtig Familie und Freundschaft für uns Menschen sind und wie leicht diese von einer Sekunde auf die andere zerbrechen können. Er erzählt dabei mit einem wundervoll einfühlsamen und sanften Schreibstil. Er versteht es, seine Leser in den Bann zu ziehen und sie mit einer traurig-fröhlichen Handlung und Haltung an das Buch zu fesseln.

Auf jeden Fall ein Roman, der Mirko Bonné und seinem Ruf als virtuoser Autor vollends gerecht wird.

5ballerinas

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