[Rezension] Markus Zusak – „Die Bücherdiebin“

In Markus Zusaks „Die Bücherdiebin“ erzählt uns der Tod selbst eine Geschichte – die Geschichte der Bücherdiebin. Er ist ihr schon mehrmals im Leben begegnet, doch er hat sie immer zurückgelassen. Genommen hat er nur die Menschen, die der Bücherdiebin nahe standen. Und etwa 45 Millionen andere Menschen, die im zweiten Weltkrieg ihr Leben gelassen haben.

Die Bücherdiebin ist ein junges Mädchen, Liesel. Ihren Vater kennt sie nicht mehr, ihr Bruder starb im Zug nach München, ihre Mutter übergab sie einer Pflegefamilie. Diese drei Menschen, ihr Familie, hat sie als allerserstes verloren. Doch sie hat ihre neue Familie, Rosa und Hans Hubermann, lieben gelernt. Auch Ridu, ihr bester Freund in Molching und Max Vanderburg, ein Jude, den die Familie Hubermann in ihrem Keller versteckt. Denn die Geschichte der Bücherdiebin spielt in der Zeit von Hitler, in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Juden werden verachtet, es fallen Bomben auf der ganzen Welt, Familien werden getrennt, zerstört. Und der Tod hat viel zu viel zu tun, so viele Seelen, die er tragen muss.

Als Liesel nach Molching kommt, kann sie nicht lesen und schreiben, doch bei der Beerdigung ihres Bruders hat sie ein Buch gestohlen, was sie fast schon „magisch“ anzieht.
In jeder Nacht wird Liesel von Albträumen geplagt und ihr Papa, Hans Hubermann, hilft ihr, sie zu vergessen, in dem er ihr Nacht für Nacht das Lesen und Schreiben beibringt. Es geht zwar sehr langsam voran und Liesel ist bestimmt keine gute Leserin, doch nach und nach liest sie ihr erstes gestohlenes Buch und stiehlt mit der Zeit weitere Bücher, doch immer eins nach dem anderen. EInes zieht sie nach der Bücherverbrennung aus dem Feuer, ein unversehrtes, dampfendes Exemplar. Ein paar Weitere kommen aus der Bibliothek der Bürgermeistergattin.

Die Bücherdiebin wird zur Worteschüttlerin. Die Worte, die sie aus ihren Büchern vorliest, helfen den Menschen, die zusammen im Luftschutzraum vor dem Tod bangen, hoffen, auch diesen Bombenanschlag zu überleben. Sie helfen einer alten Frau, die zwei Söhne im Krieg verloren hat. Sie helfen Max Vanderburg, zu überleben, wieder aufzuwachen.

Die Handlung ist etwas ganz außergewöhnliches; unser schlimmster Feind, wie man meint, also der Tod, erzählt so rührend die Geschichte von Liesel, die in einer so schecklichen Zeit spielt. Man bekommt einen sehr guten EIndruck, wie ich denke, von der Angst der Menschen und ihrer Lebensweise während des Krieges. Und auch, dass der Tod gar nicht so schrecklich ist – denn er kommt nciht von allein, sondern wird von jemanden, in dem Fall von dem „Führer“ selbst, zu den Seelen geführt.
Auch der Schreibstil ist etwas sehr besonderes, was man allerdings nicht mit Worten beschreiben kann, man sollte es sich selbst anschauen.

„Die Bücherdiebin“ ist ein Buch, das so wunderchön mit Worten und Sätzen arbeitet, mit Bildern; das eine so traurige Geschichte erzählt, bei der man nach dem letzen Satz noch lange reglos dasitzt und nicht glauben kann, dass 585 Seiten so schnell vergangen sind.

5ballerinas

———————————————————————————————————

Bibliografie:

ISBN: 978-3-570-13274-6 / Verlag: cbj / Übersetzung: Alexandra Ernst

Seiten: 592 / ET: 27.02.2008 / Originaltitel: „The Book Thief“

2 Gedanken zu “[Rezension] Markus Zusak – „Die Bücherdiebin“

  1. Tare schreibt:

    Ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Buch. Eine Geschichte, erzählt vom Tod. Und was für ein Erzähler er ist – mit Herz. Alleine wie ausdrucksstark er die Farben des Himmels beschreibt. Und da sind so Sätze, wo man einfach hängenbleibt: „Sie gingen nach Dachau, um sich zu konzentrieren.“…*phew* (spontaner Gedankenblitz, eine Mischung aus *wow* und fassungslosem Erstaunen)….

Ich freue mich, wenn ihr meinen Beitrag kommentiert!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s