[Rezension] Mira Lippke – „Irgendwie mein Leben“

„Irgendwie mein Leben“ von Mira Lippke handelt von Mara, die im neunten Monat schwanger ist, als Finja, ihre noch ungeborene Tochter, einen plötzlichen Kindstod erleidet. Mara muss ihr Kind tot zur Welt bringen und sie begraben, ohne jemals ihren Schrei gehört zu haben. So viele Träume, Sehnsüchte gehen nur durch einen Satz – „Es sind keine Herztöne mehr festzustellen.“ – unwiderruflich verloren. Während der lähmenden Trauer kapseln sich Mara und ihr Ehemann Klaus immer mehr voneinander ab. Während Mara um ihre Tochter trauern und darüber reden möchte, will Klaus diese Trauer hinter sich bringen und weiterleben. Auch Maras Familie trauert um ihre Finja, da sie ihnen doch schon so nah war. Nun müssen alle ihren Weg durch die schreckliche Zeit hindurch wieder zum Leben finden.

Da die Autorin selbst eine stille Geburt hinter sich hat, kommt die Geschichte in dem Roman sehr gefühlvoll und authentisch rüber. Als Leser kann man sich in die Protagonisten hineinversetzen und fühlt das ganze Buch über mit ihnen mit. Doch manchmal möchte man Mara oder Klaus einfach nur mal wachrütteln. Sehr emotional und sehr bewegend geschrieben, ist es zeitweise doch sehr schwer, weiterzulesen, da die traurige Stimmung über 400 Seiten lang durchhält und es zeitweise einfach zu depressiv wird. Doch nach ungefähr der Hälfte wird die Handlung insgesamt ein wenig interessanter und abwechslungsreicher, so dass man sich nicht mehr ganz so arg zwingen muss weiterzulesen.

Auf jeden Fall eine sehr traurige Geschichte, für die man bereit sein muss. Es ist auf jeden Fall kein Roman, den man zur Unterhaltung im Urlaub lesen kann / sollte. Man sollte sich vielmehr Zeit dafür nehmen und es in Stille lesen, ohne abgelenkt zu werden. Wer auf seichte Unterhaltungsliteratur steht, wird daran keinen Spaß finden. „Irgendwie mein Leben“ ist ein ernster, emotionaler, aber auch sehr authentischer Roman.

3Ballerinas

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