Lesung Carlos Ruiz Zafón

Vor ein paar Tagen war es nun endlich soweit: Carlos Ruiz Zafón war in München und präsentierte seinen neuesten und bezaubernden Roman, „Der Gefangene des Himmels“ – lange habe ich dem Abend entgegengefiebert und dann war es soweit.

In der wunderschönen großen Aula der LMU fand die Lesung statt und nachdem der Präsident gleich am Anfang einen der größten inhaltlichen Patzer – Zafóns Reihe sei eine Trilogie, statt Tetralogie… – überhaupt tätigte, ging es dann endlich für die drei Teilnehmer der Lesung auf die Bühne. Michi Strausfeld moderierte die Lesung für meinen Geschmack zwar etwas zu holprig und angespannt, aber dafür machten dies Carlos Ruiz Zafón sowie der Sprecher Johannes Steck wieder um Längen wett.

An diesem Abend war ich dann auch sehr glücklich über meine 3 Jahr Spanisch in der Schule – Zafón begrüßte seine Leser nämlich erst auf spanisch und las dann den ersten Abschnitt auf spanisch. Ich konnte zwar nicht alles verstehen, aber schon allein der Klang seiner Stimme reicht vollkommen. Danach las Johannes Steck einen Abschnitt und an dieser Stelle muss ich bekennen, dass ich mich auf Steck fast genauso gefreut habe wie auf Zafón. Das allererste Hörbuch, welches ich gehört habe, wurde nämlich von Steck gesprochen und seine Stimme hat mich für Hörbücher begeistert. Und als er anfing, in „Der Gefangene des Himmels“ zu lesen, wollte ich, dass er nie wieder damit aufhört. Insgesamt 3 Abschnitte hat er gelesen – zwischen den jeweiligen Abschnitten stellte die Moderatorin derweil Fragen an den Autor, welche dieser immer auf Spanisch beantwortete. Ein wenig umständlich übersetzte sie dann die Antworten, aber gut. Ich persönlich mag es besonders, wenn man bei Lesungen vom Autor etwas mehr über das jeweilige Buch erfährt und das was Zafón hier über seine Reihe um den Friedhof der vergessenen Bücher erzählte, war immens interessant. Es wird noch ein weiteres Buch der Reihe geben und in jedem Buch findet man Teile von den anderen Büchern – die Reihenfolge, in der man die Bücher liest, bestimmt dabei, wie man das Gelesene aufnimmt. Er bezeichnete seine Bücher als ein Labyrinth mit vier Eingängen und jeder Eingang führt durch einen anderen Weg. So spielt ja „Das Spiel des Engels“ vor „Der Schatten des Windes“ und in „Der Gefangene des Himmels“ schreibt David Martín an „Das Spiel des Engels“. Viele Verflechtungen und in jedem Roman erfährt man als Leser immer mehr und mehr von den jeweiligen Charakteren und ihren Geschichten.

Zur Frage, ob seine Romane einmal verfilmt werden, antwortete Zafón ganz klar „No, nunca.“ – und schon allein für diese Antwort schätze ich den Autor! Er erklärte, dass er selbst Drehbücher geschrieben habe und deswegen wisse, wie solche Bücher bei Verfilmungen auseinander genommen werden. Er schreibt Bücher, weil er mit Worten einen Film in den Köpfen seiner Leser erzeugen möchte und nicht, damit die Bücher verfilmt und verfremdet sind. Was ich besonders schön fand: nach dieser Antwort, klatschte das immense Publikum Beifall. Diese Antwort war der krönende Abschluss einer ganz speziellen Lesung und als Zafón dann mein Buch noch signierte, war der Abend perfekt.

3 Gedanken zu “Lesung Carlos Ruiz Zafón

  1. Ein sehr schöner und leidenschaftlicher Bericht von Dir! Man spürt, wie sehr du die Bücher magst! Umso mehr freue ich mich, wenn ich dieses Gefühl vielleicht bald mit Dir teilen werden ;)
    Viele Liebe Grüße! Christian

  2. Zafón ist einfach ein absolut genialer und authentischer Mensch. Beispielhaft dafür ist wirklich seine Antwort zu der Frage nach Verfilmungen seiner Bücher. Ich liebe seiner Werke und bin furchtbar neidisch, dass du auf dieser Lesung warst ;) Aber ich freu mich natürlich auch für dich, dass du so ein bezauberndes Erlebnis hattest :)
    Der Fehler des Moderaror-Typs am Anfang da, ist ein bisschen verständlich. Soweit ich weiß, war die Reihe zu Anfang als Trilogie geplant und das Konzept wurde vor noch gar nicht so langer Zeit noch einmal umgestellt. Trotzdem war es natürlich schlechte Vorbereitung :P

    Liebe Grüße
    MelMel

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