[Rezension] René Freund – „Liebe unter Fischen“

D_Freund_Fische_RZ.inddDer junge Lyriker Fred Firneis feierte mit seinen Gedichtbänden große Erfolge und sicherte dadurch die Existenz seiner Verlegerin Susanne Beckmann. Doch nun ist Fred Firneis ausgebrannt, kraftlos und schreibt nichts mehr. Susanne badet in Schuldet, ihr Kleinverlag steht kurz vor dem Aus, liefert Fred nicht nach. Als sie ihn schließlich in Kreuzberg besucht, erkennt sie, wie schlimm es um den Autor steht – die Wohnung ist voller Weinflaschen und Zigarettenstummel, absolut verwahrlost, genauso wie der Bewohner selbst. Kurzerhand befiehlt Susanne Fred, in eine einsame, entfernt gelegene Hütte in den Bergen Österreichs zu ziehen und dort ein paar Tage zu verbringen. Dort soll Fred wieder zu sich finden, sich erholen und möglichst viel Kraft tanken für einen neuen, längst überfälligen Gedichtband. Nach so einigen Anlaufschwierigkeiten kommt Fred in den Alpen an und trifft dort sogar eine nette junge Biologin, die ihm erklärt, wie sich eine bestimmte Art von Fischen liebt…

„Liebe unter Fischen“ wird gleich auf dem Buchrücken mit Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ verglichen und ja, es gibt einige vage Parallelen, aber mir persönlich gefällt dieser Roman weitaus besser. Die Kapitel unterteilen sich in Tage, die Perspektive wechselt nach einem wahllosen Schema, die Handlung hat etwas von einem heillosen Durcheinander und doch bleibt die gesamte Geschichte in sich schlüssig. Der flüssige Schreibstil ist absolut angenehm zu Lesen und ein wenig ist die Lektüre wie eine gemütliche Bootsfahrt auf einem Bergsee. René Freund erzählt hier eine angenehme und subtile Liebesgeschichte, ohne jeglichen Kitsch. Dafür mit viel Realismus und gespickt mit kleineren Lebensweisheiten und Überlebensanleitungen für schwere Tage. Fred Firneis muss nach einem unglaublichen Tief erst noch weiter fallen, dann hart aufschlagen, zu sich finden, in dem ihm klar wird, was er vom Leben erwartet oder auch nicht, bevor er sich wieder neuen Ereignissen gegenüber öffnen kann und er aus seinem Tiefpunkt langsam aber sicher einem Höhepunkt entgegen strebt.

Dieser Roman ist eine leichte und angenehme Lektüre, aber doch etwas anderes – eine feine und subtile Liebesgeschichte der anderen Art, eine Geschichte, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann und nach der man noch einige Minuten still sitzen bleibt und sich wünscht, in einer weit entlegenen Hütte zu sein, umgeben von einem erfrischenden See und einer klaren Bergluft.

4Ballerinas

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