[Rezension] Carolin Anders – „Wir Wellenreiter“

51WVM7kULOLCarolin Anders‚ Debütroman „Wir Wellenreiter“ erzählt eine eindrucksvolle und berührende Geschichte in Form zahlreicher E-Mails und Tagebucheinträge.

Im Jahr 2049 sitzt eine alte Frau an Silvester in einem Seniorenheim und erzählt ihre Geschichte, welche 55 Jahren zuvor damit beginnt, dass Julia und Marius sich kennen lernen. Julia ist unglücklich in ihrer Beziehung mit Leon, schafft es jedoch nicht, sich von ihm zu trennen. Marius ist ein Freund ihrer Freundin und single. Beide verstehen sich auf Anhieb sehr gut, haben gemeinsame Interessen, können sich stundenlang gut unterhalten. In der gegenseitigen Gesellschaft können sie absolut sie selbst sein.

Die Tagebucheinträge und E-Mails erscheinen in immer anderen Zeitabständen und erzählen die Geschichte von Julia und Marius. Wie sich beide ineinander verlieben, aber irgendwie doch nicht so ganz zueinander finden können. Über die Jahre geschehen so viele verschiedene Dinge, sind die Lebensumstände immer andere. Wie Wellenreiter leben sie nebeneinander her – ist einer oben auf einer Welle, so befindet sich der andere wiederum unten auf einer Welle. Hin und wieder kommentiert Julia die Geschehnisse aus ihrer „heutigen“ Sicht, was mir sehr gut gefallen hat – Kommentare solcher Art hätte es auch ruhig noch mehr geben können.

Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen und bin immer noch sehr beeindruckt davon, wie viele Emotionen, Gefühle und Eindrücke aber auch Weisheiten, Carolin Anders auf nur 157 Seiten vermitteln konnte. Ein wunderbarer leichter und flüssiger Schreibstil erzählt eine abwechslungsreiche und absolut unvorhersehbare Geschichte. Stunden später denke ich noch darüber nach, was die Autorin in ihrem Roman ausdrücken möchte. Wie viel Kostbares kann man im Leben verpassen, in dem man seine Gefühle nicht direkt ausdrückt? Zieht die große, eine Liebe an einem vorbei, in dem man darauf hofft, der andere würde den ersten Schritt wagen? Da ich selbst so jemand bin, der seine Gefühle keinem mitteilt, hat mich das ein wenig erschrocken… aber andererseits – kann man sich wirklich trauen und sich vor jemandem offenbaren, obwohl man in einer Sekunde alles verlieren könnte? Ist jedoch die Möglichkeit großen Glücks nicht alles andere wert?

„Wir Wellenreiter“ ist ein sehr berührender und emotionaler Roman. So habe ich mit den Charakteren mitgelitten, habe stellenweise mit ihnen geschimpft – um mich dann nur daran zu erinnern, dass ich mich genau gleich verhalten hätte. Dies ist für mich ein Zeichen, dass die Charaktere in diesem Roman mir sehr am Herzen liegen – man kann nur mitfiebern und hoffen, dass alles gut geht. Absolut empfehlenswert für all diejenigen, die eine zarte Liebes- und Lebensgeschichte lesen wollen, die einem auch im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.

5ballerinas

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