[Rezension] Alessia Gazzola – „Mit Skalpell und Lippenstift“

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Bereits seit der deutschen Ersterscheinung war „Mit Skalpell und Lippenstift“ von Alessia Gazzola auf meiner Wunschliste und da der Kriminalroman nun bei btb im Taschenbuch erschienen ist, ist die Wunschliste um ein Buch kürzer geworden.

Alice Allevi hat ein abgeschlossenes Medizinstudium hinter sich und ist nun Assistenzärztin der Rechtsmedizin in Rom. Sie befindet sich auf einer langweiligen Wohltätigkeitsveranstaltung, als sie gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten, Dottore Claudio Conforti, zu einem Tatort gerufen wird. Was gleich weitaus spannender und aufregender als die Veranstaltung ist.

Am Tatort finden Allevi und Conforti die Leiche einer jungen Frau aus der Upper Class Roms. Ob sie ermordet wurde, sich selbst umgebracht hat oder es am Ende doch ein unglücklicher Unfall war, ist zunächst unklar. Und die junge Alice fängt zunehmend an, auf eigene Faust die Hintergründe zu ermitteln…

Allein vom Cover her erinnert mich „Mit Skalpell und Lippenstift“ an die Cover vieler Stephanie-Plum-Romane und das war es auch, was mich in der Buchhandlung auf den ersten Blick hin so angesprochen hatte. Doch auch von der Inhaltsbeschreibung her hatte ich mir eine unterhaltsame Handlung in dieser Richtung erhofft. Aber leider ist mir der Einstieg sowohl in den Lesefluss als auch in die Handlung recht schwer gefallen. Zum einen finde ich die Schrift sehr gewöhnungsbedürftig, da diese kleiner und schnörkeliger als die gewohnte „Normalschrift“ ist, wie sie in der Belletristik verwendet wird. Wer dieses Buch aufschlägt, weiß was ich damit meine. Nichtsdestotrotz gewöhnt man sich nach einigen Seiten auch daran. Der zweite Punkt, der mir den Einstieg ins Lesevergnügen erschwert hat, ist die Wortwahl beziehungsweise die italienischen Ausdrücke. Dadurch, dass die Autorin Alessia Gazzola gebürtige Italienerin ist, ist auch die Originalausgabe in italienisch verfasst. Deswegen werden die Doktoren des Rechtsmedizinischen Instituts hier „Dottore“ und die Kommissare „Commissario“ genannt. Meiner Meinung nach hätte die Übersetzerin diese Begriffe ruhig übersetzen können, aber nun gut. Mich persönlich hat dies leider gestört, genauso wie die recht ungewohnten italienischen Namen der Personen. Im Einzelnen wäre keines der genannten Punkte ein Ausschlusskriterium, doch zusammengenommen haben diese Tatsachen mich wirklich am Lesevergnügen gehindert.

Hat man sich nach über 100 Seiten an alle kleineren Schwierigkeiten gewöhnt, kann man sich auch mit der Handlung näher befassen. Diese fand ich aber leider auch recht sprunghaft und für einen Krimi hat mich die Geschichte wirklich zu wenig mitgerissen oder gefesselt. Da mir persönlich auch vor der 100. Seite klar war, wie das Ende aussehen würde, war es auch mit der Spannung oder Überraschung Zunichte. Obwohl ich die Protagonistin an sich sehr sympathisch fand, bin ich der Meinung, dass die Autorin mehr aus ihr hätte machen können – noch agiert die Protagonistin zu unüberdacht, sprunghaft und unkoordiniert, was ich sich leider auch auf die Handlung übertragen hat. Zusammengefasst würde ich bei der Handlung sagen: im Ansatz eine gute Idee, aber die Umsetzung könnte eine Überarbeitung vertragen.

Erscheint der zweite Band, „Herzversagen“, als Taschenbuch, werde ich diesen sicherlich noch lesen, da ich dieser Reihe trotz allem noch nicht ganz abgeneigt bin. Noch habe ich die Hoffnung, dass die Handlung interessanter und unterhaltsamer werden kann.

„Mit Skalpell und Lippenstift“ ist leider mehr ein sehr kurzweiliger Unterhaltungsroman, als ein leichter Frauen-Krimi, wie man erwarten würde. Es steckt eine tolle Idee dahinter, jedoch scheitert es an einer unklaren, nichtmitreißenden und sprunghafter Handlung. Wer etwas Spannung erwartet, sollte das Buch  liegen lassen und lieber zu einem „richtigen“ Krimi greifen.

3Ballerinas

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