[Rezension] Sophie Kinsella – „Das Hochzeitsversprechen“

142_47986_139904_xxlEndlich hatte das Warten für alle Chick-Lit-Fans ein Ende: mit „Das Hochzeitsversprechen“ ist diesen Monat endlich der neue Roman von Bestsellerautorin Sophie Kinsella im Goldmann Verlag erschienen.

Lottie ist sich sicher, dass Lotties Freund Richard ihr nun endlich, nach drei Jahren Beziehung, einen Heiratsantrag machen wird. Nachdem sie das Thema so lange gemieden hat, um ihn nicht zu verschrecken, wie die Männer zuvor, kann sie es nun kaum erwarten, schließlich ihre Hochzeit zu planen. Doch es kommt wie es kommen muss: Richard macht ihr keinen Heiratsantrag. Am Boden zerstört trifft Lottie aber überraschend auf ihre alte Jugendliebe Ben und so beschließen beide am gleichen Abend schon zu heiraten.

Lotties Schwester Fliss dagegen befindet sich mitten in einer nervenauftreibenden Scheidung von ihrem Mann Daniel. Als sie von der ‚unglücklichen Entscheidung‘ ihrer Schwester erfährt, setzt sie, gemeinsam mit Bens Freund Lorcan, alles daran, um Lottie und Ben vor der schlimmsten Entscheidung ihres Lebens abzubringen.

An sich verspricht dieser Roman alles, was man von Sophie Kinsella erwarten würde – Charme, Witz, sympathische Charaktere und eine leichte, aber berührende und unterhaltsame Handlung. Doch leider wurden mir sowohl Lottie als auch Fliss im Laufe der Handlung immer unsympathischer. Lottie fand ich schon anfangs zu naiv und selbstbezogen. Fliss war mir am Anfang noch relativ sympathisch, aber dann wurde sie immer hysterischer und abgedrehter – kurzum, ich konnte das Verhalten beider Frauen absolut nicht nachvollziehen und fand es zu extrem und überzogen. Auch die männlichen Charaktere im Buch konnten mich nicht überzeugen – während Lorcan anfangs sehr sympathisch zu sein erschien, wurde auch sein Verhalten im weiteren Verlauf einfach nur nicht nachvollziehbar und sprunghaft. Genauso verhielt es sich mit Ben. Ab der Hälfte war ich dann leider von fast allen Charakteren und Handlungsweisen genervt. Von den normalerweise immer total sympathischen und netten Protagonisten in Kinsellas Romanen keine Spur – wahrscheinlich hat die Autorin es diesmal zu gut gemeint und hat hier meiner Meinung nach Charaktere erschaffen, die zu jedem Chick-Lit-Vorurteil passen.

Auch der Handlungsverlauf an sich hält lange nicht das, was die Inhaltsangabe verspricht. Am Anfang noch ganz nett, vor allem die Perspektivwechsel von Lottie und Fliss fand ich sehr positiv, hat es ein wenig Abwechslung in die Geschichte hineingebracht. Doch genauso wie schon die Charaktere wird auch die Handlung immer überzogener und unrealistischer. Und damit meine ich: noch unrealistischer, als es normalerweise üblich ist. Die Idee hinter der Geschichte dagegen finde ich dafür eigentlich sehr gut und wüsste auch nicht, dass es diese so schon einmal gegeben hat, was ich der Autorin und diesem Roman durchaus als großen Pluspunkt verbuchen kann. Trotzdem wollte Kinsella hier wohl zu sehr Romantik und Charme, genauso wie zu viel von allem eigentlich reinbringen. Gäbe es weniger Zufälle oder Hysterie, wäre die Handlung eventuell weniger überzogen. Auch den Prolog ist meines Erachtens völlig unnötig. Das zwar relativ schöne Ende reichte leider nicht, um die restlichen 500 Seiten zu vergessen.

Als großer Fan von den Kinsella-Romanen tut es mir wirklich im Herzen weh, so negativ von ihrem neuesten Roman schreiben zu müssen – aber Sophie Kinsella kann beziehungsweise konnte es besser. Viel besser. Und „Das Hochzeitsversprechen“ hält leider nicht das, was der Name Kinsella eigentlich verspricht. Sehr schade.

2Ballerinas

7 Gedanken zu “[Rezension] Sophie Kinsella – „Das Hochzeitsversprechen“

  1. Ich hab das Buch (noch) nicht gelesen, aber so etwas schon befürchtet. Mir sind im Laufe der Zeit Kinsellas Protagonisten immer naiver, nerviger und egozentrischer vorgekommen. Ich fürchte, dass sie sich dahingehend nicht mehr verbessern wird. Hier liegt noch „Kein Kuss unter dieser Nummer“, bin mal gespannt, wie ich das finde. Ich mochte ja z. B. die Shopaholic-Reihe, aber auch da wurde mir Beccy irgendwann zu anstrengend.

    • Ja, da hast du recht. Was sehr schade ist – ich würde gerne wieder ein Buch von ihr lesen, welches genauso toll ist wie „Göttin in Gummistiefeln“ oder „Sag’s nicht weiter, Liebling“. Aber so langsam gehen ihr wohl leider die Ideen aus :-(

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