[Rezension] Paola Mastrocola – „Filippo und die Weisheit der Schafe“

Filippo und die Weisheit der Schafe von Paola MastrocolaMir persönlich waren die italienische Autorin, Paola Mastrocola, und deren Bücher bisher vollkommen unbekannt, aber das farbenfrohe Cover von „Filippo und die Weisheit der Schafe“, als auch der Titel selbst, haben mich neugierig gemacht.

Eines Tages hält Filippo Cantirami, der BWL an den renommiertesten Universitäten Englands und der USA studierte, einen Vortrag, gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Jeremy. An sich nichts Außergewöhnliches.

Doch zu diesem Vortrag erscheint Filippo nicht alleine, sondern mit einer ganzen Herde Schafe. Eine ehemalige Freundin ist Zeugnis dieses Ereignisses und benachrichtigt sofort Filippos Familie in Italien. Ab diesem Zeitpunkt geht das Chaos erst richtig los – denn Filippo scheint gar nichts von dem zu tun, was er seiner Familie seit Jahren erzählt…

Obwohl mir der Einstieg in die Handlung etwas schwer fiel, auch weil die Geschichte Filippos anders beschrieben wurde, als ich es erwartet hatte, so hat mich dieser Roman immer mehr beeindruckt. Vielmehr ist es die Botschaft hinter der Geschichte, die ich im Nachhinein sehr wichtig und vor allem aber treffend beschrieben finde.

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Filippos Familie, allen voran der Vater, hatte seit Filippos Kindheit gewisse Erwartungen an ihren Sohn. In den Sommerferien sollte er jedes Jahr mindestens einen Monat im Ausland verbringen, um sein Englisch zu verbessern und als Filippo nach London geht, um BWL zu studieren, erzählt Familie Cantirami allen stolz davon und brüstet sich damit, wie perfekt und gebildet ihr Sohn ist. Mit einer solchen Thematik greift die Autorin ganz wunderbar den heutigen Druck vieler junger Erwachsener auf, sich ständig beweisen zu müssen, möglichst viele Auslandsaufenthalte aufzeigen zu müssen, den Lebenslauf mit möglichst vielen interessanten Taten füllen zu müssen. Man muss zugegebenermaßen heutzutage auch immer mehr leisten, um aus der großen Masse an Bewerbern für verschiedenste Arbeitsstellen in unterschiedlichen Branchen herauszuragen und so nur den Hauch einer Chance zu haben.

„Kein Vater sollte das Beste für seinen Sohn wollen. Weißt du warum? Weil er nicht weiß, was das ist. Ein Vater weiß nicht, was das Beste für seinen Sohn ist. Er kann es nicht wissen, wie sollte er auch? Ist er etwa Gott? […] Nein, er ist nur ein Vater.“ – S.353f

Die Eltern wollen natürlich nur das Beste für ihre Kinder. Sie wollen, dass die Kinder es einmal besser haben, als sie selbst. Die eigenen Kinder sollen die verpassten Möglichkeiten der Eltern wieder wahrnehmen. Dabei erzählt Paola Mastrocola nicht nur aus der einen Sicht, sondern sowohl aus der Sicht des Sohnes, Filippo, als auch der Eltern sowie der der Lieblingstante von Filippo.

Hinter einem bunten Cover steckt nicht unbedingt immer eine kurzweilig unterhaltsame Lektüre. „Filippo und die Weisheit der Schafe“ bieten auf den zweiten Blick eine ernst zu nehmende aktuelle Problematik vieler junger Erwachsene sowie einen interessanten Einblick in die Gedanken eines solchen Erwachsenen und die der Eltern. Unbedingt empfehlenswert, gerade für Eltern oder für diejenigen, die noch nicht fest im Leben stehen.

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