[Rezension] A. J. Betts – „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“

u1_978-3-596-85661-9Wie so oft hat das schlichte Cover von „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ der australischen Autorin A. J. Betts meine Aufmerksamkeit geweckt – und auch die Inhaltsangabe klang vielversprechend, obwohl weil ich bei solchen Themen sonst recht vorsichtig bin.

Zac behandelt sich bereits seit Monaten in Behandlung und darf nun, da er ein neues, deutsches, Knochenmark besitzt, etwa einen Monat lang sein Krankenhauszimmer nicht verlassen. Für einen 16-Jährigen, der früher den ganzen Tag draußen auf der Farm oder Football spielend verbracht hat, keine leichte Zeit. Eines Tages zieht Mia in das Zimmer nebenan. Obwohl ihre Überlebenschance weitaus höher ist als die von Zac, möchte sie nicht gegen das böse K-Wort ankämpfen und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen jede Hilfe.

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Ehrlich gesagt, hat es mich wahnsinnig überrascht, wie sehr und wie schnell mich die Zacs Geschichte mitgenommen hat – nach wenigen Zeilen befand ich mich mittendrin im Krankenzimmer und konnte mich fast schon zu gut in Zac hineinversetzen. So sehr, dass ich nach einigen Seiten tatsächlich mit dem Gedanken spielte, nicht mehr weiter zu lesen. Doch natürlich war ich viel zu neugierig, um Zac und Mia sich selbst zu überlassen.

Zac und Mias Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt: als erstes erzählt Zac, dann wechseln sich Zacs und Mias Perspektiven ab, bis im dritten Teil schließlich nur Mia deren Geschichte beschreibt. Obwohl ich sonst eigentlich immer eher die weiblichen Protagonisten bevorzuge, konnte ich mich hier tatsächlich nur mit Zac richtig anfreunden. Mias Handlungen und Gefühle haben mich zu keinem Zeitpunkt so mitgenommen, wie die von Zac und auch ihn als Charakter fand ich durchaus sympathischer.

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Ich bin mir sicher, dass die meisten Leser diesen Roman mit John Greens „Ein Schicksal ist ein mieser Verräter“ vergleichen werden, deswegen möchte auch ich darauf eingehen: ich muss zugeben, dass ich – wenn ich jetzt einen Vergleich ziehen müsste – beide Bücher zumindest gleich bewertet habe. Wer jedoch hier etwas Ähnliches erwartet, wird, glaube ich, enttäuscht werden, da es hier zwar auch um die Charaktere geht, der Fokus aber mehr auf der Krankheit und den Umgang damit liegt. Zumindest fand ich die Geschichte in „Die Unwahrscheinlichkeit der Liebe“ sehr viel bedrückender und weniger „unterhaltsam“ als in „Ein Schicksal ist ein mieser Verräter“. Trotzdem hat mir die bedrückende Handlung im Großen und Ganzen gut gefallen, auch wenn es mir persönlich teilweise schwer fiel, weiterzulesen.

„Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ist zumindest meiner Meinung nach ein sehr authentischer Roman über zwei Jugendliche, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit ihrer Erkrankung auseinander setzen. Eine Geschichte, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt und die ihre Leser selbst ein wenig mitnimmt.

4Ballerinas

12 Gedanken zu “[Rezension] A. J. Betts – „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“

  1. Danke für den Vergleich liebe Jess, denn genau das habe ich mir gedacht: Dass jedes Buch, das sich mit Krebs als Krankheit beschäftigt, automatisch mit John Green verglichen wird. Gut zu wissen, dass es doch anders ist und dich begeistern konnte. Ich freue mich schon auf das Vergissmeinnicht-Buch ♥

    Liebe Samstagsgrüße
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      ich glaube, da das John-Green-Buch die Krebsbücher-Welle erst ausgelöst hat und es immer noch so ein Hype ist, ist der Vergleich leider nur normal – deswegen wollte ich auch darauf eingehen, bzw. gleich sagen, dass es anders ist, damit nicht dieser Roman an falschen Erwartungen leiden muss.
      Ich bin schon gespannt, wie die Geschichte dir gefallen wird! :-)

      Liebste Grüße,
      Jess

      • Ohja, ich auch! Ich fand die Aktion vom Verlag so niedlich, mit den Vergissmeinnicht. ♥ ich liebe diese Blumen.

        Ich wünsche dir eine sonnige Herbstwoche Liebes!

  2. Dieses schlichte Cover ist ganz und gar bezaubernd. Die Story reizt auch mich trotz der negativen Aspekte, die es mit sich bringt. Ich werde wohl nicht um das Buch herumkommen. Danke für ein paar schöne Zeilen. =)

  3. Ich habe es auch sehr gerne gelesen und muss es noch rezensieren (Wann finde ich nur die Zeit dazu?). Was den John Green Vergleich angeht, kann ich dir nur zustimmen. Habe ja jetzt auch beide Bücher gelesen und finde sie auf jeden Fall unterschiedlich. Ganz tolle Rezension von dir. :-)

    Liebe Grüße
    Petzi

  4. Eine sehr schöne Rezi! Mir ging es ähnlich. Klar liegt hier der Vergleich nahe, aber viel gemeinsam haben die zwei Bücher nicht. Das Setting hat mir unglaublich gut gefallen, ebenso der Verlauf bzw, der Ausgang der Geschichte.

  5. Hallo Jess,

    ich habe gerade die Rezensionen der Bookwives zu diesem Buch gelesen und nun auch deine. Gerade den Vergleich zu „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ fand ich gut, da du schon recht hast: Viele werden die beiden Bücher vergleichen wollen. Schön zu sehen, dass sie sich nicht ähneln. Deine Rezension hat mich nun noch neugieriger auf das Buch gemacht.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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