[Rezension] Tom Rachman – „Aufstieg und Fall großer Mächte“

UnbenanntNach seinem Überraschungserfolg mit „Die Unperfekten“ ist diesen Monat (10/2014) mit „Aufstieg und Fall großer Mächte“ der zweite Roman von Tom Rachman bei dtv erschienen.

Darin erzählt Rachman die Lebensgeschichte von Tooly, die im Jahr 2011 ein kleines Antiquariat in Wales führt, welches aber mehr Verluste als Gewinne erzeugt. Dafür kann Tooly gemeinsam mit ihrem treuen Angestellten aber ihrer Lieblingstätigkeit nachgehen und den ganzen Tag lesen.

Nach und nach wird desweiteren in zwei weiteren, immer abwechselnden Rückblicken von Toolys Vergangenheit erzählt – ihrer Kindheit mit Paul, in der sie alle paar Monate woanders gewohnt haben und ihrer Zeit mit Anfang zwanzig in New York. Dadurch ergibt sich auf rund 500 Seiten ein berührendes Bild von Toolys Leben.

Tom Rachman Aufstieg und Fall großer MächteUm ehrlich zu sein, kannte ich den Autor und seinen ersten Roman bis zum Durchblättern der dtv-Vorschauen nicht. Aber das Buchcover hat mich, wie so oft, auf den ersten Blick angesprochen und auch der Klappentext, der leider sehr viel von der Handlung verrät, klang unheimlich interessant. Umso gespannter war ich also auf das Buch – und meine Intuition hat mich glücklicherweise nicht enttäuscht.

Die immer abwechselnden Zeitsprünge zwischen den Jahren 1988, 1999 und 2011 sind anfangs zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber ich bin bekanntermaßen ein großer Fan solcher Wechsel – und auch hier erzeugten diese eine angenehme Abwechslung und Spannung. In jedem weiteren Kapitel schien ein Puzzle-Stück dazu zu kommen und sich mit anderen Teilen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

Tom Rachman Aufstieg und Fall großer Mächte

Toolys Geschichte hat mich nach und nach immer mehr berührt – wer sie selbst nachlesen wird, wird wissen, weshalb. Sicherlich ist es keine gewöhnliche (Lebens-) Geschichte, da Tooly nie Teil einer gewöhnlichen Mutter-Vater-Kind-Familie war. Ihre Familie setzte sich mit den Jahren immer ein wenig anders zusammen und so haben sie nicht unbedingt die „richtigen“ Menschen geprägt. Anfang dreißig, als sie sich in ihrer Buchhandlung zurückgezogen hat, bekommt sie schließlich die Gelegenheit, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Auf ihre eigene Art und Weise fand ich Tooly unglaublich sympathisch, genauso wie Humphrey, dessen Ansichten von der Menschheit ich teilweise sehr unterhaltsam fand.

„Aufstieg und Fall großer Mächte“ erzählt eine berührende, tragische, aber auch durchaus unterhaltsame Lebensgeschichte einer Frau, die sich seit ihrer frühsten Kindheit eigentlich selbst durchschlagen musste sowie einer etwas anderen Familie. Durchaus lesens- und empfehlenswert!

4Ballerinas

3 Gedanken zu “[Rezension] Tom Rachman – „Aufstieg und Fall großer Mächte“

  1. Hi,
    auf das Buch bin ich auch schon gestoßen, dir scheint es ja echt gut gefallen zu haben :)
    Ich war eben erstmal ganz erstaunt, da ich auch das Sorbet-Theme mit ähnlichen /gleichen Farben benutze :D sieht bei dir aber toll aus!
    Liebe Grüße
    Anna

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