[Rezension] Annell Ritter – „Sommer in Grasgrün“

9783958180130_cover„Sommer in Grasgrün“ ist der Titel eines unterhaltsamen und romantischen Debütromans zweier Freundinnen, die unter dem Pseudonym Annell Ritter gemeinsam schreiben.

Carla Schwanenfels ist eine in München lebende, sehr erfolgreiche Rechtsanwältin, die sich gerade von ihrem langjährigen Kanzlei-Kollegen sowie Verlobten getrennt hat, als sie bei einer Testamentseröffnung erfährt, dass sie von ihrer Tante einen Bauernhof geerbt hat. Besagter Hof befindet sich im kleinen Dorf Brägenbeck, in Norddeutschland, und in einem ziemlich desolaten Zustand. Mit ihrer etwas eigenwilligen Freundin Lou macht sich Carla aber auf nach Brägenbeck, um ihr Erbe zu erkunden.

Carla war mir auf Anhieb sympathisch – ihre Genervtheit gegenüber der eigenen (entfernteren) Verwandtschaft, die bei der Testamentseröffnung den Anfang ihrer Geschichte bildet, konnte ich nur zu gut nachvollziehen und auch im weiteren Handlungsverlauf fand ich fast nur sympathische Seiten an der Protagonistin im Brägenbeck-Roman. Ihrem Verlobten trauert sie wie so viele ihrer ChickLit-Kolleginnen gar nicht erst groß hinterher, versteckt sich nicht vor ihm, obwohl sie gemeinsam arbeiten, viel lieber versucht sie, immer das Beste aus ihrer Situation zu machen. So bricht sie, in Brägenbeck angekommen, auch nicht erst in Verzweiflung aus, sondern kämpft sich durch. Ganz eine Protagonistin nach meinem Geschmack! Ihre Freundin Lou, eigentlich Marie-Louise, dagegen sorgte bei mir mit ihrer Eigenwilligkeit und schrulligeren Münchner Schickeria Art für so manche Lacher. Doch auch hier entdeckt man im Laufe der Handlung schnell, dass die scheinbar oberflächliche und verzogene Frau ihr Herz auf dem richtigen Fleck hat. Kurzum: die zwei sehr unterschiedlichen, aber tollen und eigenständigen Frauen sorgen dafür, dass man ihre Geschichte nur allzu gerne verfolgt.

Auch die Handlung selbst überzeugt zum größten Teil – mich haben lediglich die vielen Absätze ein wenig gestört (was aber gut am Format liegen kann), genauso wie der Umstand, dass manchmal längere Zeiten einfach übersprungen worden sind – dies lag aber wohl an dem sowieso schon etwas kleineren Seitenumfang. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt gilt der manchmal etwas zu glatten Handlung. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass „Sommer in Grasgrün“ gerade für ChickLit-Leserinnen eine wunderbare Lektüre ist und ich würde mir wünschen, eine etwas umfangreichere Geschichte der beiden Freundinnen lesen zu dürfen, mit genauso starken und sympathischen Charakteren wie es hier der Fall ist.

Annell Ritters erstes Werk gleicht einem urkomischen, liebevollen und ungemein entspannenden Kurztrip ins Warme – für alle, die sich ein Wochenende im Sommer zurückwünschen!

4Ballerinas

3 Gedanken zu “[Rezension] Annell Ritter – „Sommer in Grasgrün“

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