[Rezension] Anna Carey – „Blackbird“

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„Blackbird“, ein Jugendthriller aus der Feder von Autorin Anna Carey, ist der erste Band einer Dilogie und überzeugt vor allem erst einmal durch die fantastische äußerliche Aufmachung.

Stell dir vor, du wachst auf und stellst fest, dass du inmitten zweier Zuggleise auf dem Boden liegst, ein Zug geradeswegs auf dich zurast und du kannst lediglich deinen Kopf bewegen, was dir im Moment rein gar nichts nutzt. Dazu hast du keinerlei Erinnerungen, weißt nicht einmal deinen Namen, erst recht nicht, wie du hierher gelangt bist.

Das Mädchen hat keinerlei Erinnerungen – zudem ist sie verletzt, ihr Körper weist mehrere Narben auf, doch in Reichweite befindet sich ein schwarzer Rucksack mit diversen Utensilien, Geld und einer Telefonnummer. Durch einen Anruf der Telefonnummer gelangt sie in eine Falle. Schon bald wird sie verfolgt, sowohl von der Polizei als auch von anderen Menschen, die sie scheinbar immer wiederfinden.

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Der außergewöhnliche Schreibstil ist wohl das Allererste, was einem als Leser auffällt. Anna Carey macht den Leser (bzw. die Leserin) selbst zur Protagonistin, in dem sie die „Du“-Form wählt. So beobachtet und folgt man nicht ausschließlich dem Verhalten des Protagonisten, wie sonst eigentlich üblich, sondern nimmt selbst direkt an der Handlung teil, sozusagen. Eine fantastische Idee, wie ich finde, da man sich plötzlich selbst total verloren, hilflos fühlt und dadurch wirklich in die Handlung hineingezogen wird. Dies verursacht sofort einen Spannungsaufbau – für einen Thriller einfach perfekt. Lediglich in einigen wenigen Kapiteln erhält man einen Einblick in kurze Szenarien anderer, verschiedener Personen, die aber noch mehr Rätsel und Fragezeichen aufwerfen.

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Doch leider kann die Spannung nicht lediglich durch einen noch so treffenden Erzählstil permanent gehalten werden – hinzu kommt schließlich noch die Geschichte selbst. Diese konnte mich tatsächlich nicht so recht überzeugen. Die Idee der Jagd hinter der Handlung finde ich generell sehr vielversprechend, aber nach der Lektüre habe ich doch das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte erst beginnen wird und dies nur der Vorlauf war. Denn zu lange tappt man als Leser im Dunkeln – genau genommen eigentlich auch nach Beenden des Buches. So bleibt nur noch die Hoffnung auf den kommenden Teil der zweiteiligen Reihe, welcher hoffentlich für Aufklärung sorgen wird. Diese Unwissenheit mag zwar selbstverständlich für eine gewisse Spannung sorgen, welche auch bei einem Thriller erwartet wird, aber der Weg dahin war mir innerhalb der Handlung ein wenig zu chaotisch. Zu vieles wird lediglich kurz angerissen, dann nicht mehr erwähnt oder aufgeklärt, zu viele Zufälle treffen auf andere Zufälle.

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Kurzum: der wirklich außergewöhnliche und vielversprechende Schreibstil sowie die Optik von „Blackbird“ konnten mich zwar absolut überzeugen, doch die etwas zu chaotische und stellenweise einfach unlogische Handlung konnten auch dies nicht wettmachen. Für eine recht spannende Lektüre zwischendurch überaus empfehlenswert, aber Fans von wirklich fesselnden Thrillern werden hiermit leider eher keine Freude haben.

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3 Gedanken zu “[Rezension] Anna Carey – „Blackbird“

  1. Ich bin ja wirklich kein Fan von Pink, aber das Buch sieht schon verdammt cool aus. :) Der erste Part von dir klang auch wirklich gut, aber jetzt hab ich doch Zweifel, ob das ein Buch für mich wäre. Denn ich liebe Thriller und ich liebe es, wenn sie richtig fesselnd sind. Aber Jugendthriller finde ich auch okay, hmm… vielleicht mal in einer Buchhandlung reinlesen. :)

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