[Rezension] Matthew Quick – „Die Sache mit dem Glück“

Quick_978-3-463-40084-6_kpl_7_20.8.14.inddNachdem „Silver Linings“ zu meinem Lesehighlight im letzten Jahr gehörte, war ich mehr als gespannt auf den neuesten Roman von Matthew Quick, „Die Sache mit dem Glück“.

Viel Glück ist dem 39-jährigen Bartholomew bisher nicht widerfahren. Tatsächlich lebte er bis zu dem Tod seiner Mutter immer noch mit ihr unter einem Dach, betrachtete sie als seine beste Freundin. Auch als sie ihn später nur noch als Richard erkannte und so nannte – Richard, da Richard Gere ihr Lieblingsschauspieler war. Als er sich schließlich alleine in seinem Leben ohne seine Mutter zurecht finden muss, beginnt er, Briefe an Richard Gere zu schreiben. In diesen Briefen vertraut er dem Unbekannten alles an, kann das loswerden, was ihn bedrückt und einfach erzählen, was so geschieht. Da macht es auch nichts aus, dass Richard Gere nie antwortet.

Matthew Quick Die Sache mit dem Glück

Das Besondere an den Geschichten von Matthew Quick sind seine Protagonisten und deren Authentizität. So ist auch Bartholomew kein gewöhnlicher Mann, keiner von vielen 0815-erfolgreichen-gutaussehenden-männlichen Charaktere, wie man sie sonst meistens vortrifft. Bartholomew ist einsam, voller Trauer, verstört und seine Träume oder Lebensziele sind einfach. Einmal mit einem Freund ein Bier in einem Pub trinken. Die Jungthekarin, eine junge Bibliothekarin, um ein Date fragen. In den Briefen an Richard Gere findet er Zuflucht, der Schauspieler hilft ihm durch den neuen, merkwürdigen Alltag, welcher jedoch noch nichts alltägliches an sich hat.

Auch die anderen Charaktere, deren Bartholomew im Laufe der Geschichte begegnet, sind alles andere als gewöhnlich, sondern genauso authentisch und lebensnah wie der Protagonist selbst. Und auch wenn man selbst vielleicht nicht so ist, wie sie, so fühlt man sich doch auf die ein oder andere Weise mit ihnen verbunden.

Matthew Quick Die Sache mit dem Glück

Der wunderbare Schreibstil des Autors, der mir schon in „Silver Linings“ so gut gefallen hat, erwartet den Leser also auch hier wieder. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern habe tatsächlich eine weitere, inspirierende und glücklich machende Geschichte erhalten. Die Gedanken hinter Bartholomews Geschichte finde ich nämlich wieder ganz wunderbar, so ist mir auch ein Gedanke ganz besonders in Erinnerung geblieben: wenn einem etwas Schlechtes widerfährt oder etwas von dem wir denken, dass es schlecht, doof oder gar tragisch ist, dann geschieht in genau demselben Moment etwas Gutes, nur eben einer anderen Person als einem selbst. Man muss einfach auch mal etwas hinnehmen, damit anderen Glück widerfährt. Und irgendwann ist man selbst mit der schönen Seite dran. So oder so ist alles eine Sache von Geben und Nehmen.

„Die Sache mit dem Glück“ zeigt auch, was für unterschiedliche Kleinigkeiten es geben kann, die einen wenigstens ein wenig glücklich machen können. Es muss nicht immer gleich das große Etwas sein, vielmehr sollte man sich über jedes schöne, noch so kleine oder unwichtig erscheinende Etwas glücklich und froh sein. Die kleinen Momente sind es, die im Leben zählen. Diese Gedanken sind selbstverständlich keineswegs neu oder unbekannt, aber sie sind in dieser Geschichte besonders und auch gut, inspirierend und glücklich machend verpackt.

Matthew Quick Die Sache mit dem Glück

Mich konnte Matthew Quick insofern wieder begeistern, auch wenn ich im Vergleich zu „Silver Linings“ immer noch diesem Roman den Vorzug gebe. Trotzdem ist „Die Sache mit dem Glück“ in meinen Augen ein absolut würdiger Nachfolger, so dass ich euch Bartholomews Geschichte vom Glück guten Gewissens ans Herz legen kann.

4Ballerinas

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