[Rezension] Sara Crowe – „In ziemlich bester Gesellschaft“

In ziemlich bester Gesellschaft von Sara CroweDas knallrote Cover ist ein wahrer Hingucker und genau nach meinem Geschmack, auch die Inhaltsangabe verspricht unterhaltsame Lektüre – kein Wunder also, dass ich von Vorneherein sehr gespannt auf den Debütroman von Sara Crowe, „In ziemlich bester Gesellschaft“ war.

Als Sue es Zuhause nicht mehr aushält, zieht sie kurzerhand zu ihrer Tante Coral und wohnt gemeinsam mit ihr, dem Admiral und Delia  in einem riesigen Schloss. Dort will Sue vergessen, dass ihre Mutter sich umgebracht hat und ihr Vater nach nicht nur einem Jahr ihr bereits seine neue Freundin vorstellen will. Außerdem arbeitet sie in einem Café, um sich was dazuverdienen und verliebt sich dabei ganz unglücklich. Das Wichtigste aber, was sie in ihrer Zeit auf Schloss Egham tun will – endlich ihr eigenes Buch schreiben. Denn Sue will unbedingt Schriftstellerin werden. Da trifft es sich ja ganz gut, dass die anderen Bewohner Eghams ihr zuliebe gleich eine Schreibgruppe gründen, in der es so manches drunter und drüber geht.

Sara Crowe In ziemlich bester Gesellschaft

Die Inhaltsangabe versprach viel Sarkasmus, sowie eine ordentliche Portion schwarzen Humors – von beidem bin ich großer Fan. Doch leider konnte ich davon nicht besonders viel in der Handlung wiederfinden. Schon der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer, da mir die Protagonistin leider von Anfang an eher unsympathisch war und das auf eine Art und Weise, dass ich gar nichts mehr von ihr lesen wollte. Keine guten Voraussetzungen für den weiteren Handlungsverlauf. Ich habe jedoch schon des öfteren Bücher gelesen, die sich eben erst nach den ersten fünfzig bis hundert Seiten entfaltet haben und mich erst dann begeistern konnten. Insofern zwang ich mich zum Weiterlesen und hoffte auf das Beste. Dies war hier aber leider nicht der Fall. Zwar ließ sich Sues Geschichte mit der Zeit besser lesen, als klar wurde, wer welche Bedeutung hat, welche Personen was tun. Unterhaltsamer wurde es jedoch bis zum Ende hin nicht mehr, zumindest nicht für mich.

Sara Crowe In ziemlich bester Gesellschaft

Sicherlich sind die Charaktere in diesem Roman etwas exzentrischer, als man sonst vielleicht gewohnt ist und generell mag ich Anderes auch, da es immer ein wenig Abwechslung bringt, vor allem wenn man viel liest. Sue fand ich aber durchweg nervtötend, naiv und stellenweise richtiggehend dumm, so sehr mir es leid tut, das über eine Protagonistin sagen zu müssen. Übrigens hat Sue eine (eine von vielen…) Eigenart – sie verdreht gerne Fremdwörter und beherrscht die Rechtschreibung in manchen Fällen nicht so besonders. Dies wird auch im Schreibstil wiedergespiegelt: die Fehler, die Sue macht – die Handlung wird nämlich direkt aus Sues Perspektive erzählt – wurden auch so übernommen. Kurzum, im Text sind zwar nicht sehr viele, aber doch einige Rechtschreibfehler. Mich als kleine Rechtschreibfanatikerin stört dies ziemlich, auch wenn ich die Idee an sich eigentlich richtig gut finde. Es gibt der Handlung noch etwas Außergewöhnliches und Authentisches, doch leider überwiegte letztendlich mein Sinn für Rechtschreibung als die Lust auf etwas Authentizität. Zumal dies an der tatsächlichen Handlung für mich auch nichts mehr groß positiv veränderte.

Von Sara Crowes Debüt habe ich mir ehrlich gesagt wirklich viel versprochen, weil es so vielversprechend klang – umso größer war dann die Enttäuschung über eine ziemlich naive und nervige Protagonistin und eine Handlung, die mich leider mehr gelangweilt und gar nicht unterhalten konnte. Sehr schade, aber von mir gibt es für „In ziemlich bester Gesellschaft“ leider keine Leseempfehlung.

1Ballerinas

3 Gedanken zu “[Rezension] Sara Crowe – „In ziemlich bester Gesellschaft“

  1. Das ist ja schade…
    Nach der Kurzbeschreibung wollte ich unbedingt wissen, wie dir das Buch gefallen hat.
    Jetzt bin ich ehrlich enttäuscht, dass dem nicht so ist.
    Naja, geht halt nicht immer.
    Danke, für deine Rezension!

    Liebe Grüße,
    Ramona

    • Ich fand es auch sehr schade, weil auch mit die Kurzbeschreibung gut gefallen hat – aber es kann eben leider nicht nur gute Bücher geben bzw. nicht alles trifft meinen Geschmack. :/

      Aber so hast du vielleicht Zeit für andere, bessere Bücher ;-)

      Liebe Grüße,
      Jess

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