[Rezension] John Friedmann – „Das Blaue vom Himmel“

978-3-426-51621-8.jpg.30722611Nach seinem Debüt als Autor mit „Flaschendrehen furioso“ ist nun mit „Das Blaue vom Himmel“ der zweite Roman von John Friedmann erschienen, welcher neben seinem Autorendasein auch als Schauspieler und Synchronspecher bekannt ist.

Seit dem tragischen Tod ihres Mannes lebt Sophie Marquard gemeinsam mit ihrem Hund Columbo alleine in der Münchner Wohnung am Englischen Garten. Ihr Alltag bilden tägliche Spaziergänge sowie vereinzelte Schachpartien mit ihrem besten Freund Egon. Ansonsten gibt sie sich großteils ihrer Trauer hin. Doch als sie eines Tages einige Mails zugesendet bekommt, die eindeutig nicht für sie bestimmt sind, nimmt ihr Alltag eine 180-Grad-Wendung an. Denn die eher schlüpfrigen Nachrichten an den amerikanischen Generalkonsul, der zufälligerweise auch ihr Nachbar ist, eignen sich perfekt für einen kleinen Racheakt…

Das Blaue vom Himmel Friedmann

Ich muss sagen, dass ich eigentlich kaum Erwartungen an das Buch hatte. John Friedmanns Debüt kenne ich bisher noch nicht, insofern war dies gleichzeitig meine erste Lektüre des Autors. Wegen seiner Schauspielkarriere hatte ich am ehesten noch etwas sehr Lustiges erwartet, wobei die Inhaltsangabe eher auf eine romantisch-unterhaltsame Geschichte schließen lässt. Beides trifft nicht wirklich zu, insofern hat mich die Entwicklung der Handlung ziemlich überrascht, auf positive Art und Weise allerdings.

Zuallererst gibt es natürlich einen großen Pluspunkt für München als Handlungsort, meiner Lieblingsstadt – ich habe mich also gleich von der ersten Seite an wohl gefühlt. Doch auch die Protagonistin fand ich ungemein sympathisch. Dass sie noch an ihrer Trauer um ihren Ehemann festhält, ist verständlich und nicht weiter verwunderlich, glücklicherweise ist dies aber keine traurige Herzschmerz-Geschichte, denn Sophie wird auch schon gleich am Anfang der Handlung von der Traurigkeiten abgelenkt. Um nicht allzu viel von der Handlung zu verraten, kann ich leider nicht ganz auf alles eingehen, aber so viel sei gesagt: es passiert eine ganze Menge und die Handlung steckt wirklich voller Überraschungen.

Das Blaue vom Himmel Friedmann

Im Laufe der Handlung wird zudem auch der Ort gewechselt und es geht von München in die USA, genau genommen nach Miami Beach – und da geht es erst richtig los. Gerade hier kam bei mir während dem Lesen ein fantastisches American-Way-of-Life-Feeling auf und ich hatte teilweise das Gefühl, mitten in einem alten amerikanischen Film gelandet zu sein, da die bildhaften und genauen Beschreibungen der Stadt, der Menschen dort, des Essens, der Gerüche, etc. mich perfekt erreichten und wirklich den Eindruck erzeugten, gerade selbst direkt dort zu sein.

Die Handlung bereichern zusätzlich noch die willkürlich wechselnden Perspektiven aller beteiligter Charaktere, wodurch man als Leser ungemein viele unterschiedliche Einblicke bekommt, die der Protagonistin enthalten bleiben. An Spannung wird dadurch aber glücklicherweise nichts vorweg genommen. Lediglich die wenigen Kapitel beziehungsweise die Länge der Kapitel hat mich beim Lesen ein wenig gestört, da ich immer gern am Ende eines Kapitels das Buch zuschlage und nicht mittendrin. Dies ist aber tatsächlich nur der einzige Kritikpunkt.

„Das Blaue vom Himmel“ ist eine Mischung aus Krimi, Unterhaltung und entführt den Leser vom beschaulichen München in das warme, aufregende Miami Beach, wodurch ein wunderbares Gefühl mit farbenfrohen Bildern entsteht. John Friedmanns Roman konnte mich nicht nur überraschen, sondern auch sehr gut unterhalten und mir zudem mal wieder eine außergewöhnlichere Geschichte bieten. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

4Ballerinas

7 Gedanken zu “[Rezension] John Friedmann – „Das Blaue vom Himmel“

  1. Hi :)
    hab die Leseprobe vom Buch auf meinem Pc, aber hatte bisher nicht so die Motivation dort mal rein zu schnuppern. Nach deiner tollen Rezi werde ich es wohl doch mal lesen :D klingt ziemlich interessant!

    Liebe Grüße
    Lisa

  2. Saskia schreibt:

    Guten Morgen! :)

    Oh, das hört sich ja gut an! Das Buch habe ich diese Woche auch gesehen und in die Hand genommen, da ich das Cover so schön fand. Eine so tolle Geschichte hätte ich allerdings nicht dahinter erwartet! Dann wird meine Wunschliste wohl mal wieder erweitert. :)

    LIebe Grüße

    Saskia

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