[Rezension] Samantha Bailly – „Das Geschenk der Mademoiselle Alice“

978-3-426-51621-8.jpg.30722611

Sowohl das farbenfrohe Cover als auch die etwas anders klingende Inhaltsbeschreibung machten mich auf „Das Geschenk von Mademoiselle Alice“, den Roman der französischen Autorin Samantha Bailly, aufmerksam.

Eines Tages, als Alice glaubt, einen neuen Tiefpunkt in ihrem Leben erreicht zu haben, ändert sich ihre Welt schlagartig. Auf einmal sieht sie überall strahlende Fäden, die nicht nur aus ihrer Brust zu kommen scheinen, sondern auch aus der aller anderen. Bald wird ihr klar, dass diese unterschiedlich starken Fäden Beziehungen und Bindungen aufzeigen. Alice beschließt, ihre neue Gabe zu nutzen und damit Untreue in fremden Beziehungen aufzudecken – bis sie beschließt, sich zur Abwechslung wieder mal um sich selbst zu kümmern.

Im Nachhinein muss ich gestehen, dass die Inhaltsangabe des Verlags weitaus vielversprechender und auch interessanter klingt, als die Geschichte tatsächlich her gibt. Vor allem da manche Beschreibungen daraus schlichtweg nicht auf die eigentliche Handlung zutreffen. Alice nutzt ihre Gabe nämlich nicht, „[…] um Freundinnen zu helfen, den Richtigen zu finden.„. Schade, dass das so falsch beschrieben wurde, da dadurch einfach falsche Erwartungen geweckt werden, welche dann, bei Nichterfüllung, zu einer eher negativen Meinung führen.

Das Geschenk der Mademoiselle Alice

So eben auch hier – an sich hat mir die die Geschichte rund um Alice und ihre Fähigkeiten recht gut gefallen, da mir die Idee zugesagt hat. Mal wieder etwas anderes, eine Prise fantastische Magie. Allerdings bietet die Handlung nicht viel an Unterhaltung, Charme oder Stoff zum Tagträumen. Vielmehr umgibt die Handlung eine negative und düstere Stimmung, da die Protagonistin nicht viel an positiver Ausstrahlung besitzt. Man erfährt als Leser viel über ihre Vergangenheit, über ihre an Alzheimer erkrankte Großmutter, über ihre missglückten Liebesbeziehungen. Mich hat dies eben mehr runtergezogen, als unterhalten. An sich ist das zwar absolut nichts Negatives, aber wenn man sich ein Buch schnappt, weil man sich davon Unterhaltung verspricht und gerade darauf Lust hat, passt das eben gar nicht.

Desweiteren wechseln die Erzählperspektiven zeitlich – mal befindet man sich in der „Vergangenheit“, dann in der „Gegenwart“, später auch in der „Zukunft“. Die Aufteilung in Vergangenes und das Jetzt fand ich noch sinnvoll und auch interessant. Die Kapitel, die in der Zukunft spielen, fand ich allerdings völlig unnötig und sogar schädigend, da sie für mich zumindest zu große Spoiler enthalten haben. Da die Handlung dieser Kapitel auch nur 1-2 Monate nach den Gegenwarts-Kapiteln spielte, fand ich diese zusätzliche Aufteilung auch noch sinnlos – leider, da ich generell solche Perspektivwechsel sehr gerne mag.

Leider verleiten das Cover und der Klappentext zu Erwartungen, welche überhaupt nicht erfüllt werden, da der tatsächliche Inhalt der Handlung sich enorm davon unterscheidet. Wäre mir beides nicht bekannt, wäre ich mit einer gänzlich anderen Erwartungshaltung an die Geschichte heran gegangen und meine Meinung wäre sicherlich anders ausgefallen. So aber ist die Idee dahinter ansprechender als die Umsetzung in der Geschichte. 

3Ballerinas

Ich freue mich, wenn ihr meinen Beitrag kommentiert!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s