[Rezension] Rachel McIntyre – „Sternschnuppenstunden“

Unbenannt

Seitdem die Firma ihres Vaters insolvent gegangen ist, hat sich Laras wohlergehendes Leben schlagartig um 180 Grad geändert. Das Haus wurde verkauft, stattdessen wohnt sie mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder nun in einer Mietswohnung mit hauchdünnen Wänden. Statt sich um den Haushalt zu kümmern, geht Laras Mutter nun arbeiten, als Putzfrau bei einer reichen Familie einer Mitschülerin. An allen Ecken muss nun gespart werden, vor allem da die Schulgebühren für Laras Mädchenschule astronomisch hoch sind. Doch diese Opfer werden dafür gebracht.

Was ihre Eltern aber nicht wissen: Lara fühlt sich alles andere als wohl an ihrer Schule. Wegen ihren neuen „ärmlichen“ Verhältnissen und wegen ihrer roten Haare sowie ihrem Nachnamen wird Lara schon auf der Busfahrt in die Schule nicht nur von den Mädchen ihrer Klasse, sondern auch von den Jungs der Jungenschule nebenan aufs Schlimmste verspottet. Diese Verspottungen beinhalten wüste Beschimpfungen, tätliche Angriffe und schlimmstes Mobbing. Den einzigen Grund, täglich aufzustehen und in die Schule zu fahren, liefert eines Tages plötzlich ein neuer Vertretungslehrer – Mr. Jagger, der sich scheinbar als einziger um Lara zu kümmern scheint.

Sternschnuppenstunden

Die gesamte Aufmachung von „Sternschnuppenstunden“ ist unbestreitbar absolut gelungen. Der Magellan Verlag hat da wirklich ein besonderes Händchen dafür seine Bücher liebevoll und voller Hingabe bis zum letzten Detail perfekt zu gestalten. Ich finde es besonders toll, dass es ein Hardcover ist, welches mal ohne Schutzumschlag einhergeht. Das Design ist – wenn ich es richtig interpretiert habe – an ein Schulheft angelehnt, was perfekt zur Handlung passt, da die Handlung aus Tagebucheinträgen von Lara besteht und größtenteils ja auch in der Schule spielt. Der nicht so perfekt akurat aufgeklebte Aufkleber mit dem Titel passt damit auch ganz hervorragend.

Sternschnuppenstunden

Was den Inhalt angeht, so verbirgt sich hinter „Sternschnuppenstunden“ und Laras Geschichte eine meiner Meinung nach nur allzu realistische Handlung. Dass Mobbing an Schulen fast schon zum Schulalltag gehört ist sicherlich keine Neuigkeit. Es ist aber erschreckend, wie weit manche Jugendliche tatsächlich gehen können, um das Leben ihrer Mitschüler zu einer einzigen Qual zu machen. Genauso wird aber auch gezeigt, wie eigentlich jeder gewillt ist, da wegzuschauen oder nichts dagegen zu unternehmen. So hat Laras ehemalige beste Freundin Chloe eigentlich etwas gegen die Art, wie Molly Lara fertig macht – doch sie unternimmt nichts dagegen, hauptsächlich um nicht selbst Opfer solcher Attacken zu sein.

Der zweite Handlungsstrang widmet sich der Beziehung zwischen Lara und ihrem Lehrer, Mr. Jagger, die mit der Zeit immer enger wird. Ich muss gestehen, dass ich von der Inhaltsbeschreibung den Eindruck hatte, dass es in „Sternschnuppenstunden“ auch hauptsächlich um dieses Thema geht – für mich stand aber die Handlung mit dem Mobbing weitaus stärker im Hintergrund, was auch daran liegen kann, dass ich die Schülerin-Lehrer-Beziehung ein wenig unglaubwürdig beschrieben empfunden habe. Die vielen Veränderungen kamen mir hier ein wenig zu abrupt und auch Laras Gefühle und Gedanken während dieser Zeit konnte ich fast gar nicht nachvollziehen, da sie mir schlichtweg viel zu übertrieben erschienen. Ganz anders im Gegensatz dazu eben Laras Tagebucheinträge zu den fast täglichen Vorkommnissen mit Molly und Co. Diese konnte ich – obwohl ich glücklicherweise niemals Opfer von Mobbing war – sehr gut nachempfinden und mich in Lara selbst hineinversetzen. Auch ihre Familiensituation, ihr Ärger über manche Ungerechtigkeit, usw. kam authentisch bei mir an.

Sternschnuppenstunden

Überhaupt hat Rachel McIntyre ihren Schreibstil perfekt der Protagonistin angepasst: die Tagebucheinträge sind genauso gehalten, wie sie ein Teenager wohl formulieren würde. Damit gehen Übertreibungen, Schimpfwörter und jugendliche Sprache natürlich einher. Authentisch ist solch ein Schreibstil natürlich sehr und eigentlich finde ich das auch sehr gut gelöst – nur war es mir persönlich stellenweise schon etwas zu jugendlich, beziehungsweise empfand ich ihre Übertreibungen – wie man es in dem Alter nun mal so ausdrückt – schlichtweg zu viel und manchmal einfach zu anstrengend.

Laras Geschichte in „Sternschnuppenstunden“ ist vor allem authentisch und zum größten Teil auch erschreckend realitätsnah. Solch eine Lara Tittle befindet sich ganz bestimmt in jeder Schule, denn leider gibt es immer eine Person, die zum Opfer erkoren wird. In ihrem Debüt beschreibt die Autorin auf eine etwas andere Art und Weise, wie man damit als junges Mädchen umgehen kann und was man vielleicht eher vermeiden sollte. Auf jeden Fall ist es eine durchaus empfehlens- und lesenswerte Geschichte, nicht nur für Jugendliche.

4Ballerinas

5 Gedanken zu “[Rezension] Rachel McIntyre – „Sternschnuppenstunden“

  1. Liebe Jess,
    eine wunderschöne Rezension! Das Buch ist mir bei einigen Bloggern schon über den Weg gelaufen. Jetzt weiß ich, dass ich es lesen sollte. Also ab auf die Wunschliste.

    Danke!
    Hab einen schönen Tag!
    Sabrina

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