[Rezension] Barry Jonsberg – „Flieg, so hoch du kannst“

441_30964_149874_xxlNachdem mich „Das Blubbern von Glück“ vor einigen Monaten absolut begeistern konnte, war ich umso gespannter auf die nächste deutsche Veröffentlichung von Barry Jonsberg, das Kinderbuch „Flieg, so hoch du kannst“.

Holly Hayley ist ein ganz gewöhnlicher Teenager. Sie hasst nicht nur ihren Namen, sondern vor allem auch ihr Aussehen, ihr „Uncool-Sein“ und verwünscht mindestens einmal täglich ihre Mutter. Ihr Taschengeld spart sie für eine Rundum-Schönheits-Operation und statt ihre Jugend einfach mit ihrer besten Freundin zu genießen, versinkt sie im Selbstmitleid.

Als eines Tages ihre Tante und ihre Cousine vorübergehend in Hollys Haus einziehen, scheint Hollys Unglück vollkommen zu sein. Denn wie soll sie in Demis coole Clique aufgenommen werden, wenn ihre Cousine Cassie, welche an einen Rollstuhl und permanente Pflege gefesselt ist, doch so peinlich ist.

Protagonistin in dieser Geschichte ist genau genommen Holly, aber die wahre Heldin ist Cassie. Cassie leidet an infantiler Zerebralparese, das heißt, sie verbringt nicht nur ihr gesamtes Leben in einem Rollstuhl, sie hat auch keinerlei Kontrolle über ihre Muskeln. Ihre Muskulatur tut nicht das, was das Gehirn ihr befiehlt. So kann Cassie weder selbstständig sprechen, noch sich bewegen. Lediglich ihre Mutter, Fern, ist imstande ihre Tochter zu verstehen und mit ihr zu kommunizieren. Innendrin ist Cassie nämlich auch nur ein Mädchen wie Holly – bei klarem Verstand, manchmal schlecht gelaunt, stur oder eben auch voller Lebenswille.

Barry Jonsberg Flieg so hoch du kannst

Während Holly also eine sehr negative Einstellung zu sich selbst hat, obwohl sie ein vollkommen normales und gutes Leben führt, ist Cassie diejenige, die trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Behinderung kein Mitleid von ihren Mitmenschen fordert und sogar die erstmalige Ablehnung von seitens ihrer Cousine gar nicht negativ aufnimmt. Vielmehr glaubt sie daran, dass Holly in Wahrheit ein guter Mensch ist.

Hollys und Cassies Geschichte wird allerdings nicht nur aus der Sicht der beiden erzählt, sondern auch aus den Perspektiven ihrer Mütter – Fern und Ivy. Hollys Beschreibungen liegen zwar klar im Vordergrund, doch die kurzen Kapitel mit den Gedanken von Cassie, die sonst eigentlich niemand weiß, runden – genauso wie die Erzählperspektiven von Ivy und Fern – die Handlung ab. Dadurch erscheint die gesamte Handlung, obwohl sie doch vergleichsweise kurz geraten ist, recht komplex. Meiner Meinung nach hätte diese Geschichte zwar gerne noch etwas ausführlicher und länger sein können, aber im Hinblick darauf, dass dies eigentlich ein Roman für Kinder ist, ist diese Länge durchaus gerechtfertigt und vollkommen in Ordnung. Zumal der Autor, wie auch schon in „Das Blubbern von Glück“, eine wunderbare, authentische und berührende Geschichte geschaffen hat, mit liebenswerten Charakteren und einer eher schwierigen Thematik, als man es sonst von Kindererzählungen gewohnt ist.

Wer schon „Das Blubbern von Glück“ gemocht hat, wird mit größter Wahrscheinlichkeit auch „Flieg, so hoch du kannst“ mögen. Denn auch hier überzeugt Autor Barry Jonsberg wieder mit einem einfühlsamen, aber doch auch humorvollen Schreibstil und einer berührenden Handlung mitsamt liebenswerter Charaktere. Eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden, Freundschaft, Familie und was im Leben tatsächlich wichtig ist.

5ballerinas

8 Gedanken zu “[Rezension] Barry Jonsberg – „Flieg, so hoch du kannst“

  1. Liebe Jess,

    mal wieder eine sehr schöne Rezension von dir. Ich habe es befürchtet: ich werde das Buch lesen müssen…. *seufz*

    Liebe Grüße
    Sabrina

  2. Hallöchen,
    mir hat das Blubbern von Glück unglaublich gut gefallen und auch dieses Buch interessiert mich jetzt brennend. Daher Danke für die Rezi und das Aufmerksam-machen!

    Ich bin direkt Leserin geworden und schau ab jetzt öfter mal vorbei
    Viele liebe Grüße
    Nelly

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