[Rezension] Wiebke Lorenz – „Bald ruhest du auch“

310_29171_156440_xxlNach „Alles muss versteckt sein“ ist „Bald ruhest du auch“ bereits der zweite Thriller von Autorin Wiebke Lorenz, welche mir bisher hauptsächlich durch die Anne-Hertz-Romane bekannt war. Nun bin aber neugierig geworden, ob mich Lorenz auch in einem ganz anderen Genre als der ChickLit überzeugen würde.

Lena ist im achten Monat schwanger als ihr Mann eines Tages bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Die schreckliche Nachricht lähmt sie und ohne die Hilfe ihrer Schwiegermutter Esther hätte sie sich wahrscheinlich aufgegeben. Doch sie muss weiterleben – schon alleine für ihr Kind. Als ihre Tochter, Emma, geboren ist, sehnt sich Lena nach dem typischen Gefühl des Mutterseins, welches noch ausbleibt. Bis ihr Baby eines Tages entführt wird. Schon bald wird Lena klar, dass da jemand auf Rache aus ist – doch wer? Und weshalb?

Nachdem der Prolog den Einblick gewährt, dass etwas Schreckliches geschehen ist und höchstwahrscheinlich auch noch etwas geschehen wird, beginnt die Handlung mit der überwältigenden Trauer der Protagonistin um ihren Ehemann. Mit der fortlaufenden Handlung lernen wir nicht nur Lena selbst kennen, in vielen Rückblenden erfahren wir auch viel darüber, wie sich Lena und Daniel kennen gelernt haben, über die damit verbundenen Umstände, Glücksgefühle, aber auch Komplikationen. Wir begleiten die hochschwangere Lena auf die Beerdigung ihres Mannes genauso wie zu ihrem ersten Date mit ihm. Und so werden wir immer vertrauter mit ihr, bekommen viele Einblicke in ihr Gefühlsleben und ihren Charakter. Doch trotz dem, dass wir Lena so gut kennen lernen – oder vielleicht auch gerade deswegen – ist mir Lena selbst bis zum Ende hin eher unsympathisch geblieben. Viele ihrer Handlungen blieben für mich nicht nachvollziehbar und sie blieb mir trotz allem zu unnahbar. Lenas Geschichte fesselt zwar, aber eigentlich nur, weil wir wissen, was noch kommt und die wenigen Zwischenkapitel, die mit „ICH“ betitelt sind, die Spannung und Erwartung auf eine schreckliche Tat schüren. Dabei entwickelt sich die Spannung in diesem Thriller wirklich sehr gemächlich, wird nach und nach sehr langsam und dezent aufgebaut.

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Lange nach Beenden der Lektüre musste ich darüber nachdenken, ob mir diese Art der Spannung gefällt – und ich habe sie schließlich für gut befunden. Für mich zwar eher ungewöhnlich, aber da ich die knapp 450 Seiten innerhalb von drei Stunden und ohne Ablegen des Buches gelesen habe, muss mich die Handlung ja genügend an sich gefesselt haben. Und auch wenn die Handlung während der ersten zwei Drittel vielleicht nicht ganz so hochspannend ist, so hat es das letzte Drittel tatsächlich in sich, da konnte ich wirklich nicht schnell genug lesen, so mitreißend ist es.

Wie bei Thrillern oder Krimis üblich spielt man als Leser ja gerne selbst den Ermittler und rätselt, wer den der Täter ist. Auch hier hatte ich recht schnell einen Verdacht und hatte schon Angst, dass mich das Ende tatsächlich wenig überzeugen würde und dass die gesamte Handlung sich letztendlich als zu vorhersehbar erweisen würde. Dem war glücklicherweise aber nicht so. Lorenz konnte mich schlussendlich wirklich positiv überraschen.

Mit „Bald ruhest du auch“ konnte mich Wiebke Lorenz fast vollständig überzeugen, für die vollkommene Begeisterung hat es mir dann doch noch an etwas gefehlt. Das kann aber auch gut daran liegen, dass ich etwas mehr durchgehende Spannung bei Thrillern gewohnt bin. Trotzdem ist diese Geschichte für Thriller-Leser absolut empfehlenswert und ich werde nun auch definitiv Lorenz‘ ersten Thriller lesen. Und ich muss gestehen – ich freue mich in Zukunft wohl mehr auf Lorenz-Thriller als auf Hertz-ChickLit.

4Ballerinas

Ein Gedanke zu “[Rezension] Wiebke Lorenz – „Bald ruhest du auch“

  1. Ich erinnere mich noch, als ihr Buch „Alles muss versteckt sein“ erschien, um das ich erstmal einen großen Bogen gemacht habe. Aber irgendwie reizt es mich, mal wieder etwas Spannendes zu lesen. :)

    Ich drück dich und wünsche dir einen schönen Abend ♥
    Alles Liebe
    Sandra

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