[Rezension] Antoine Laurain – „Liebe mit zwei Unbekannten“

9783455600179„Liebe mit zwei Unbekannten“ ist ein Roman des französischen Autors Antoine Laurain und sowohl in Frankreich als auch schon in Deutschland ein Bestseller. Auf die vielen Buchempfehlungen hin wurde schließlich auch ich neugierig…

Eines Abends wird Laure ihre Tasche gestohlen – und damit ganz persönliche wie auch geliebte Dinge, wie ihr Notizbuch, Erinnerungen und auch die essentiellen Sachen wie Schlüssel, Brieftasche und Handy.

Am Tag darauf findet Laurent auf einem Müllcontainer ihre Tasche – die Brieftasche ist natürlich verschwunden, aber dafür hat der Dieb alles andere zurück gelassen. Von einer seltsamen Neugier getrieben, nimmt Laurent die Tasche an sich und versucht anhand der übrig gebliebenen Sachen die Eigentümerin der Tasche zu identifizieren – und ist selbst immer faszinierter von einer Frau, welcher er nie begegnet ist.

Der Einstieg in die Handlung fällt nicht schwer – ohne großes Drumherum ist man nämlich sofort in der Geschichte drin, in dem Moment, als Laure ihre Tasche entwendet wird. Als Leser wird man mit ihren Gefühle und Gedanken dabei konfrontiert: was macht man mitten in der Nacht ohne Geld, Schlüssel und Telefon? In der Wohnung wartet lediglich eine Katze, welche die Tür nicht aufschließen kann und nachts, am Wochenende einen Schlüsseldienst rufen, ohne Telefon oder Geld? Glücklicherweise ist ihr der Nachtportier des Hotels gegenüber ihrer Wohnung gnädig und gewährt ihr eine Nacht im Hotel, mit der Versicherung, dass Laure am Tag darauf die Rechnung begleicht.

Liebe_mit_zwei_Unbekannten

Danach folgt schon bald der Einblick in die Perspektive von Laurent, welcher geschieden ist, Vater einer unglaublich selbstbewussten Tochter und zudem noch Besitzer einer Buchhandlung – Le Cahier Rouge – ist. Nachdem dieser Laures Tasche entdeckt und an sich nimmt, begleitet wir seine Gedanken rund um diese Tasche, seine Neugier und das Rätseln um die Besitzerin. Zwischendurch gewährt der Autor dem Leser immer wieder einen Einblick in die Gedanken anderer Charaktere, wie beispielsweise William, einem Freund von Laure. So bleibt die Handlung recht abwechslungsreich, auch wenn diese an sich nicht besonders komplex ist.

Trotzdem oder gerade auch deswegen hat mir die Geschichte gut gefallen. Es ist fast schon beängstigend, wie persönlich solch ein Tascheninhalt eigentlich sein kann. Insbesondere das Notizbuch, welches verschiedenste Gedanken, Ängste und Listen von Laure enthält, spielt in dem Fall natürlich eine Rolle. Das hat zwar nicht jede Frau in einer Tasche, doch bestimmt führt ein Großteil aller Frauen sehr persönliche Dinge mit sich, auch wenn sie für jemand anderes vielleicht nicht ganz so wichtig erscheinen. Wenn ich an mich selbst denke, so ist immer der Reader in meiner jeweiligen Tasche – und allein die vielen Bücher darauf geben doch schon ein Bild von mir ab. Kurzum: ich mag diese Idee dahinter sehr, zumal der Gedanke, dass man sich anhand ihres Tascheninhalts in eine Frau verliebt, der man zuvor niemals begegnet ist, zwar etwas realitätsfremd, aber unglaublich romantisch ist.

Doch zurück zum Roman selbst. Mir hat der leichte Schreibstil des Autors sehr gut gefallen, die Geschichte liest sich sehr angenehm und bleibt trotz allen Geschehnissen in einem ruhigen Tempo und an sich recht nüchtern. Obwohl es eine recht romantische und berührende Geschichte ist, ist hier keinerlei Kitsch vorhanden, genauso wenig wie es große dramatische Szenen oder Übertreibungen gibt. Vielmehr erzählt Laurain eine süße und authentische Geschichte zweier erwachsener Menschen, die beide bereits einiges im Leben durchmachen mussten und auf eine recht ungewöhnliche Art und Weise zueinander finden.

Mir hat „Liebe mit zwei Unbekannten“ ziemlich gut gefallen und so kann ich mich nun allen bisherigen begeisterten, positiven Leserstimmen nur anschließen. Eine schöner, romantischer Roman über die Liebe, welcher zudem frei von jeglichen Klischees oder übermäßigen Kitsch bleibt. 

4Ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-455-60017-9 / Verlag: Atlantik / Übersetzerin: Claudia Kalscheuer

Seiten: 240 / ET: 14.02.2015 / Originaltitel: „La femme au carnet rouge“

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