[Rezension] Alessia Gazzola – „Die Spur der Principessa“

Die Spur der Principessa von Alessia Gazzola„Die Spur der Principessa“ der italienischen Autorin Alessia Gazzola ist bereits der dritte Band in der Reihe um Protagonistin Alice Allevi, angehende Rechtsmedizinerin und Hobby-Ermittlerin.

Ihr neuester Fall betrifft das plötzliche und spurlose Verschwinden ihrer Kollegin Ambra Negri Della Valle. Alice hat sich zwar des öfteren gewünscht, das gemeine und zickige Biest möge einmal verschwinden, doch dass ihr Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen würde, hätte sie nie gedacht. Schlimmer wird das Ganze zudem, als ein vergrabenes Skelett gefunden wird und die Identifizierung offenbart, dass es sich hierbei um eine alte Freundin von Ambra handelt. Plötzlich erscheint ihr Verschwinden in einem ganz neuen Licht und so hilft Alice ihrem Freund Ispettore Calligaris bei den Ermittlungen. Dazwischen lässt sie sich wie immer von ihrem Vorgesetzten und Ambras Ex Claudio fertig machen, da dieser sie für vollkommen unfähig hält.

Obwohl „Die Spur der Principessa“ Bestandteil einer Reihe ist, kann man das Buch auch getrost lesen, ohne die beiden vorherigen Bücher zu kennen – ich selbst habe zwar den ersten Band gelesen, aber (noch) nicht den zweiten und kam mit dem dritten bestens zurecht. Einige Beziehungen und Anspielungen wird man zwar vielleicht nicht so gut verstehen, doch diese sind auch so gut erkennbar und nachvollziehbar. Wer also neugierig wird – ruhig zugreifen.

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Desweiteren muss ich zugeben, dass mir dieser Band tatsächlich besser gefallen hat, als damals der erste, „Mit Skalpell und Lippenstift„. Das liegt bestimmt auch daran, dass diesmal die vielen neuen Charaktere nicht mehr erst eingeführt werden müssen, wie es bei einem Reihenauftakt eben üblich ist. Vielmehr geht die Handlung sofort los und man ist bereits mit allen Eigenarten der Charaktere und deren Beziehungen untereinander vertraut. So war mir auch die Protagonistin diesmal viel sympathischer, weil ich mittlerweile wusste, wie sie sich verhält. Alice Allevi ist weit davon entfernt, eine in allen Punkten perfekte Protagonistin zu sein. In ihrem Beruf als Assistenzärztin in der Rechtsmedizin ist sie keinesfalls eine der Besten, statt dessen treibt sie ihre Vorgesetzten mit ihrer Ungeschicklichkeit öfters mal in den Wahnsinn, ist über die Maßen neugierig und keinesfalls so abgebrüht gegenüber Leichen wie man es vielleicht vermuten würde. Das alleine stellt sie in meinen Augen nicht nur ungemein authentisch dar, sondern macht sie zudem sehr sympathisch. Zumal so manche Szenen dadurch zu spontanen Lachanfällen führen.

Die Handlung selbst ist geprägt von der wirklich spannenden, aber auch sehr interessanten Krimi-Geschichte. In dem aktuellen Fall geht es viel um zwischenmenschliche Beziehungen und man bekommt einen tollen Einblick in archäologische Ausgrabungen im fernen Osten. Nebenher präsentiert uns die Autorin einen weiteren, nebensächlichen Handlungsstrang – mit Hilfe vieler E-Mails des Opfers reimt sich Alice deren Geschichte zusammen und stellt diese mit Hilfe verschiedener Tagebucheinträgen zusammen.

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Allerdings muss ich zugeben, dass ich – ob ich es möchte oder nicht – beim Lesen immer wieder ganz unbewusst den Vergleich zur Stephanie-Plum-Reihe von Janet Evanovich ziehe. Der Vergleich kam mir bereits beim Lesen des ersten Buches und hat sich hier nochmals verstärkt, einfach weil es so viele Parallelen gibt. Trotzdem ist die Alice-Allevi-Reihe doch recht einzigartig und weist auch genügend Unterschiede auf. Hier gefällt mir nämlich ganz besonders, dass Allevi Rechtsmedizinerin ist – diese Charaktere mochte ich in Kriminalromanen schon immer am liebsten – und zudem ist sie bei der Polizei-/Detektiv-Arbeit tätig. Damit hat man eigentlich schon zwei ganz verschiedene Perspektiven bei der Ermittlungsarbeit und somit auch viel mehr Abwechslung.

„Die Spur der Principessa“ hat meine kleinen Zweifel, die ich noch beim ersten Buch hatte, aufgelöst und mich damit vollkommen von Alice Allevi und der Reihe überzeugt. Dieser Roman bietet eine fesselnde und zudem auch noch interessante Krimi-Geschichte, spannende Ermittlungsarbeit und eine sympathische Protagonistin, welche für jede Menge Unterhaltung zwischendurch sorgt. Wer diese Genre-Mischung gerne liest, sollte sich die Reihe nicht entgehen lassen. 

5ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-570-58551-1 / Verlag: carl’s books / Übersetzerin: Sylvia Spatz

Seiten: 384 / ET: 15.06.2015 / Originaltitel: „Le ossa della principessa“

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