[Rezension] Sona Charaipotra, Dhonielle Clayton – „Dein letztes Solo“

146_26987_154774_xxl„Dein letztes Solo“ ist das erste gemeinsame Werk der beiden Autorinnen Sona Charaipotra und Dhonielle Clayton.

Es entführt den Leser nach New York, in die renommierteste Ballettakademie der USA. Die Mädchen Bette, June und Gigi sind drei der jungen Tänzerinnen, die an der Akademie stundenlang den Balletttanz perfektionieren, dort wohnen und nur einen Traum haben: eine Solistenrolle zu ergattern und so bald wie möglich entdeckt werden, um in einer Kompanie mitzutanzen. Jede Saison gibt es wenige Solistenrollen in einem bestimmten Stück zu vergeben und wider Erwarten aller darf nicht Bette die Rolle der Zuckerfee im Nussknacker tanzen, wie einst ihre größere Schwester, sondern Gigi. Doch auch wenn Bette am Boden zerstört ist, gibt sie die Hoffnung auf die Hauptrolle, die ihr zusteht, nicht auf – schließlich hat sie es bereits letzte Saison geschafft, dass ihre Konkurrentin die Schule verlässt…

Dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste, versteht sich ja eigentlich von selbst – auf jeden Fall habe ich mich schon seit Monaten auf diesen Jugendroman gefreut. Auch im Original war er auf der Wunschliste, denn ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Originalcover von „Tiny Pretty Things“ eine Spur hübscher finde. Nichtsdestotrotz passt aber auch das pink-schwarze deutsche Cover ziemlich gut zur Handlung – die umherfliegenden Scherben passen super und sind eben in beiden Ausgaben vorhanden.

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Die Handlung wird aus drei wechselnden Perspektiven beschrieben: der von Bette, Gigi und June. Davon mal abgesehen begegnet man aber noch vielen weiteren Charakteren, da sie allesamt durch die Akademie miteinander verbunden sind. Wer sich jetzt eine nette Geschichte mit genauso netten, lieben und süßen Tänzerinnen vorstellt, wird bitter enttäuscht werden. Denn Bette, Gigi, June sowie auch alle anderen sind unfassbar ehrgeizig und dadurch auch recht skrupellos, was ihre jeweilige Konkurrenz angeht. Es sind alles junge Mädchen und auch Jungs, aber ehrlich gesagt ist das in dieser Akademie ein einziger großer Haufen übelster Zicken. Anders kann man das gar nicht nennen. Gigi ist dabei noch die sympathischste und natürlichste von ihnen, hat aber genauso ein Geheimnis wie alle anderen. Bette ist, zumindest bis Gigis Rolle als Zuckerfee, die „Königin“ der Akademie – sie wird von allen Mädchen bewundert, bekommt alle wichtigen Rollen und ist mit dem männlichen Star der Akademie zusammen. Doch dadurch ist sie auch die durchtriebenste und gemeinste von allen. June tanzt bisher eher nur im Hintergrund, träumt aber genauso wie alle anderen auch von den größten Rollen, welche sie bald weltweit berühmt werden lassen. Um den strengen Anforderungen gerecht zu werden, nimmt sie kaum etwas außer Diättee zu sich, wodurch sie langsam aber sicher droht zusammen zu brechen. Auch weil alle Mädchen wöchentlich gewogen werden, damit sie weder unter- noch übergewichtig werden.

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Abgesehen von den wirklich recht unsympathischen und bösartigen Charakteren, ist die Handlung an sich zwar ganz in Ordnung, aber nichts Besonderes. Die Bezeichnung „Thriller“ passt hier eher weniger, auch wenn es durchaus ein paar wenige Elemente gibt, die dazu passen würden. Ansonsten ist die Handlung jedoch eher weniger spannend, sondern bleibt die gesamte Zeit hindurch auf einem stetig gleichen Niveau. Der Einblick in solch eine Ballettakademie ist aber durchaus interessant, auch wenn ich sehr hoffe, dass es nicht ganz so schlimm im realen Leben zugeht – obwohl mir vieles sogar ziemlich denkwürdig und plausibel erscheint. Ehrgeizige Mädchen können ziemlich gemein werden und im Profi-Ballett gibt es sicherlich nur sehr wenige Plätze.

Diese Ballettakademie will man zwar selbst niemals besuchen, aber sich in diese Geschichte reinzulesen, kann sich durchaus lohnen. Wer nichts gegen eher unsympathische Charaktere und bösartige Mädchen in Spitzentutus hat oder die Serie Pretty Little Liars mag, dem könnte dieser Jugendroman gefallen. Ich fand „Dein letztes Solo“ ganz in Ordnung, aber hatte mir doch mehr Spannung oder Unterhaltung erhofft.

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-453-26987-3 / Verlag: Heyne fliegt / Übersetzerin: Stefanie Zeller

Seiten: 480 / ET: 22.06.2015 / Originaltitel: „Tiny Pretty Things“

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