[Rezension] Jessica Knoll – „Ich. Bin. So. Glücklich.“

Luckiest_Girl_AliveDer Debütroman von Jessica Knoll war bereits im Original („Luckiest Girl Alive“) ein voller Erfolg, nun ist dieser unter dem Titel „Ich. Bin. So. Glücklich“ auch auf deutsch erschienen – und die Neugier auf diese Geschichte war groß.

Ani FaNelli hat alles, was sich eine junge Frau wünschen kann. Einen reichen und gut aussehenden Verlobten, einen glamourösen Job bei einer angesehenen Modezeitschrift sowie eine tolle Wohnung in New York. Dass sie für ihr Aussehen und ihre Figur quasi hungern muss und dass ihr Leben nur oberflächlich so toll erscheint, weiß niemand. Doch bald kann die frühere TifAni Fanelli endlich mit ihrer Vergangenheit abschließen – und es allen zeigen, wie weit sie es gebracht hat.

Wenn ich etwas mit totaler Gewissheit zu diesem Roman sagen kann, dann das: die Geschichte hat mich wirklich absolut überrascht. Ich war im Vorfeld sehr neugierig auf diese Geschichte und was sich hinter dem wirklich tollen und vielversprechenden Cover verbirgt, habe meine Erwartungen jedoch sicherheitshalber recht gering gehalten.

Jessica Knoll Ich bin so glücklich

Anfangs war ich von der Handlung und vor allem von der Protagonistin, die eigentlich TifAni heißt, sich aber nun in ihrem „neuen“ Leben lediglich „Ani“ nennt, etwas verwirrt, weil ich etwas vollkommen anderes erwartet hatte. Es wird vor allem erst Anis aktuelles Leben beschrieben – sie ist verlobt, arbeitet bei einem Modemagazin, plant ihre Hochzeit und beschäftigt sich vor allen Dingen mit ihrem Aussehen, ihrem Verhalten in der Öffentlichkeit und ihrem Image. Denn diese drei Aspekte entscheiden darüber, in welcher Rangfolge man in der New Yorker Upper Class steht, wie angesehen man dort ist. Und Ansehen ist genau das, was sich Ani vom ganzen Herzen wünscht.

Ja, der Leser hat es hier mit einer recht unsympathischen und sehr oberflächlichen Protagonistin zu tun. Aber: durchhalten und bis zum Ende lohnt sich ungemein, denn die Handlung hält einige Überraschungen wie auch viel Abwechslung in Form von Rückblenden parat. Ich kann und möchte deswegen gar nicht zu sehr darauf eingehen, kann euch aber versichern, dass ich irgendwann im Laufe der Handlung sprachlos und aufrecht im Bett saß – vor Überraschung und Erstaunen. Die Autorin weiß zu überraschen, das muss ich zugeben. Und dies führt letztendlich dazu, dass man diese eigentlich weniger sympathische Protagonistin irgendwann zu verstehen beginnt.

Jessica Knoll Ich bin so glücklich

„Ich. Bin. So. Glücklich.“ erzählt eine scheinbar gewöhnliche Geschichte, ist aber kaum in ein einziges Genre einzuordnen. Es ist eine außergewöhnliche Mischung von einem Thriller und „normalen“ Roman – und irgendwie auch sehr schwer zu bewerten. Mich hat diese Geschichte auf jeden Fall mit sehr gemischten Gefühlen zurück gelassen und ich kann, wenn ich ganz ehrlich bin, nicht so richtig sagen, wie gut und weshalb mir dieser Roman gefallen hat. Die Autorin konnte mich sicherlich überraschen und es ist definitiv mal etwas anderes, auch wenn es im Grunde sehr stereotypisch und voller Klischees zu sein scheint. Und ich denke, genau das hat mich letztendlich am meisten überzeugt. Zumal die Handlung – egal ob am Anfang oder erst später – tatsächlich zu fesseln weiß.

Bei „Ich. Bin. So Glücklich“ lautet die Devise: alle Erwartungen und den Klappentext vergessen, sich einfach vollkommen unvoreingenommen auf die Geschichte einlassen und bis zum Ende durchhalten. Tut man dies, erwartet einen als Leser eine sehr andersartige Geschichte – und entweder man mag diese außergewöhnliche Mischung oder nicht. Aber gelesen sollte man sie allemal. Deswegen gibt es von mir auch eine Leseempfehlung an alle, die gerne mal überrascht werden und sich nicht vor schwierigen Charakteren scheuen.

4Ballerinas

———————————————————————————————————

Bibliografie:

ISBN: 978-3-863-96-086-5 / Verlag: Egmont INK / Übersetzerin: Kristiana Dorn-Ruhl

Seiten: 416 / ET: 05.11.2015 / Originaltitel: „Luckiest Girl Alive“

5 Gedanken zu “[Rezension] Jessica Knoll – „Ich. Bin. So. Glücklich.“

  1. Liebe Jess,

    ich werde gerne mal überrascht und stehe auf schwierige Charaktere. Dennoch ist das Buch bzw. die Protagonistin wohl eher nichts für mich. Die Rezension gefällt hingegen sehr. Die Ambivalenz deiner Gefühle kommt gut rüber.

    Liebe Grüße und alles Gute zum du weißt schon was :)
    Michael

    • Ich glaube tatsächlich auch, dass dieses Buch weniger was für dich wäre, soweit ich das bisher einschätzen kann – aber das ist ja vollkommen in Ordnung. :-)

      Und danke dir für deine lieben Worte, auch auf Twitter! :-)

      Liebe Grüße,
      Jess

  2. Hey Jess :)

    eine tolle Rezension! Ich bin immer vorsichtig bei Büchern, die gefühlt jeder liest, aber bei „Ich. Bin. So. Glücklick.“ scheint dann ja was dran zu sein. Dann werde ich mir das wohl auch mal beschaffen ;)

    Liebe Grüße
    Tati

  3. Hallöchen liebe Jess,
    mich hat dieses Cover sofort angesprochen und auch der Titel wirkt absolut interessant. Aber ich muss zugeben, dass andersartig bei mir meistens in die Hose geht.. trotzdem bin ich jetzt neugierig und werde morgen mal reinschnuppern ins Buch. Es muss ja was dran sein, wenn du das sagst! ;) Ich weiß doch, dass ich dir trauen kann. :D

    Liebst, Lotta

Ich freue mich, wenn ihr meinen Beitrag kommentiert!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s