[Rezension] John Niven – „Old School“

146_26945_163921_xxl„Old School“ ist das neueste Werk von John Niven – dem Autor von den Bestsellern „Gott bewahre“ und „Kill your friends“. Für mich ist es der erste Roman des Autors – aber sicherlich nicht der letzte.

Julie ist gerade sechzig Jahre alt geworden und führt nach einigen großen Rückschlägen in der Vergangenheit ein sehr bescheidenes Leben, ihren Lebensunterhalt verdient sie gerade so als Aushilfe in einem Pflegeheim. Ihre beste Freundin Susan lebt dafür seit dreißig Jahren ein gutes Leben, arbeitet nicht, unterstützt lediglich ihren Mann Barry, der im Finanzwesen tätig ist. Doch eines Tages wird Barry tot aufgefunden und es offenbart sich, dass er die letzten Jahre über ein sehr skurriles Doppelleben geführt hat – und Susan jetzt hoch verschuldet ist. Als die Bank ihr dann auch noch ihr Zuhause wegnehmen will, machen Susan und Julie Nägel mit Köpfen – und wollen eine Bank ausrauben.

Old School John Niven

Eine Geschichte mit älteren Charakteren zu besetzen ist sicherlich nichts Neues, doch gerade da mir andere, ähnliche Bücher weniger gefallen haben, hat mich „Old School“ wirklich äußerst positiv überrascht. Besonders gefallen hat mir nämlich die Verschiedenheit der Charaktere. Da haben wir Susan, die bisher ein sehr ruhiges, gemütliches Leben geführt hat und sich nach dem recht großen Schicksalsschlag doch schnell erholt. Julie hatte früher ein illustres Leben, tolle Männer, viel Geld, viele Reisen. Jetzt ist sie sechzig Jahre alt geworden und hat nichts mehr. Ethel wohnt im Pflegeheim, in dem Julie arbeitet und ist so ziemlich die lustigste Person, die man sich vorstellen kann – sie sitzt im Rollstuhl, eher aus Gemütlichkeit, als aus Notwendigkeit, und nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Jill dagegen ist sehr konservativ, benötigt aber dringend Geld, damit ihr kranker Enkel operiert werden kann. Eine sehr bunt gemischte Truppe also, die sich in „Old School“ zusammen schließt.

Während die Truppe um Susan auf der Flucht ist, bekommt man als Leser auch Einblick in die Verfolgungsjagd der Polizei – und die ist auch eine Sache für sich, denn die beiden zuständigen Detectives finden es gar nicht so klasse, dass ihnen eine Gruppe älterer Frauen einfach so immer wieder entwischt. Oder dass es überhaupt so weit kommen konnte, dass sie den Bankraub erfolgreich durchführen konnten. Diese Einblicke wechseln sich immer wieder mit der „normalen“ Handlung ab und sorgen ungemein für Abwechslung – auch wenn diese eigentlich gar nicht mal so nötig wäre. Trotzdem ist die gesamte Handlung dadurch sehr ereignisreich und lässt sich gerade durch die recht kurzen Kapitel in Windeseile durchlesen.

„Old School“ ist eine wirklich ungemein unterhaltsame Krimi-Komödie. Niven hat so unterschiedliche Charaktere auf eine tolle Art und Weise zusammen geführt und sorgt dabei noch mit diversen Krimi-Elementen und Plottwists für Spannung und Abwechslung. Für mich definitiv eine sehr gelungene Entdeckung und ganz sicherlich nicht der letzte Niven-Roman. Von mir gibt es deswegen eine klare Leseempfehlung!

5ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-453-26945-3 / Verlag: Heyne Hardcore / Übersetzer: Stephan Glietsch

Seiten: 400 / ET: 09.11.2015 / Originaltitel: „Sunshine Cruise Company“

2 Gedanken zu “[Rezension] John Niven – „Old School“

  1. Liebe Jess,

    ich habe mir erlaubt, deine wirklich schöne Rezension zu „Old School“ als weitere Meinung zum Buch unter meine Rezension zu verlinken, die gerade online gegangen ist. Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich. :-)
    Liebe Grüße und einen schönen Pfingstmontag wünsche ich dir,
    Alexandra

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