[Rezension] Matthias Sachau – „Das Geheimnis von Tylandor“

9783423761277„Das Geheimnis von Tylandor“ ist der erste Roman für Kinder/Jugendliche von Bestseller-Autor Matthias Sachau, der bisher hauptsächlich für Werke wie „Kaltduscher“ oder „Schief gewickelt“ und seinen überragenden Humor bekannt war.

Timur lebt im Jahr 1132 nach dem großem Verschwinden in Tylandor. Genauer gesagt in Halum, obwohl er eigentlich aus Foigor, der Fischerstadt, stammt. Im Jahr des großen Verschwindens sind alle Bewohner beider Städte, mitsamt der bis dahin herrschenden Zauberern, auf einmal und völlig spurlos verschwunden. Seither versuchen einige wenige Mitglieder der magischen Gilde, dem Geheimnis des Zauberns auf die Spur zu kommen – bisher jedoch völlig erfolglos. Bis eines Tages Mag Zagram etwas ganz Besonderes in Timur entdeckt und dessen Leben sowie das seiner beiden Freunde Malakin und Julina auf den Kopf gestellt wird…

Die bisher veröffentlichten Bücher des Autors habe ich allesamt sehr gerne gelesen und war deswegen auch auf diesen Roman unheimlich gespannt – obwohl er einen ziemlich großen Genrewechsel gewagt hat. Doch glücklicherweise lese ich beide Genres sehr gerne und mag den Schreibstil des Autors zu sehr, um mir ein neues Buch entgehen zu lassen. Und auch wenn sich „Das Geheimnis von Tylandor“ nun absolut von seinen früheren Büchern unterscheidet, konnte Sachau mich auch hiermit überzeugen.

Das Geheimnis von Tylandor

Mit Tylandor hat der Autor eine überaus komplexe und fantastische Welt geschaffen, mit einer großartigen Geschichte, die bis ins kleinste Detail in sich stimmig ist. Die vielen bildhaften Beschreibungen führen zudem dazu, dass man sich als Leser diese neue und einzigartige Welt auch genauestens vorstellen kann und sie beim Lesen selbst vor Augen hat. Auch der Protagonist Timur ist ein sympathischer und lebhafter Junge, welcher jedoch nicht nur neugierig und mutig ist, sondern sich vor allem auch nicht von manchen Erwachsenen veralbern lässt – dieser Aspekt hat mir an ihm fast am meisten gefallen, weil man solch einen Charakterzug recht selten in Geschichten zu lesen bekommt. Timur ist kein naiver kleiner Junge, sondern ein gewissenhafter junger Mann, welcher zu gerne Abenteuer erleben würde. Ihn begleiten zudem seine Freunde Malakin und Julina, die sich beide auf verschiedene Weisen von Timur unterscheiden, beide aber mindestens genauso sympathisch sind. In der Anfangsszene springt Malakin beispielsweise über seinen Schatten, ignoriert seine anderen „Freunde“, welchen Timur schikanieren, und verbündet sich so mit dem Fischerjungen, den man in Halum eigentlich verspottet – der Beginn einer tollen Freundschaft.

Das Geheimnis von Tylandor

Die gesamte Geschichte selbst nimmt den Leser mit auf ein rasantes Abenteuer, mit vielen Wendungen, Höhen und Tiefen und führt ihn durch ganz Tylandor, auch in alle verborgenen sowie verbotenen Ecken des Landes. Kurzum: die Handlung steckt voller interessanter Charaktere, magischer Orte und hält die ein oder andere Überraschung bereit – meiner Meinung nach ist das genau solch ein Fantasy-Schmöker, den ich selbst gerne als Kind gelesen hätte. Und ich gebe zu: selbst als Erwachsene habe ich Timurs Abenteuer unheimlich gerne verfolgt.

Die äußerliche wie auch innerliche Gestaltung des Buches lädt zum Lesen ein und die immer wieder wechselnden Erzählperspektiven sorgen für viel Spannung und Abwechslung. Einzig das Ende hat mich insofern ein wenig enttäuscht, dass es sehr schnell vonstatten ging und daraus meiner Meinung nach mehr gemacht hätte werden können. Hier hätte ich eine komplexere Auflösung ein wenig besser gefunden. Doch letztendlich ist und bleibt es ein Buch für ältere Kinder, insofern kann man darüber getrost hinwegsehen. Dafür, dass es ein Kinderbuch sein soll, fand ich allerdings die vielen verschiedenen Namen und Bezeichnungen stellenweise zu verwirrend – ich selbst hatte damit gerade am Anfang Schwierigkeiten, vor allem diese diversen Namen dann immer richtig im Kontext zuzuordnen.

Letztendlich bin ich fast schon ein wenig überrascht, wie gut der Genrewechsel dem Autor gelungen ist – „Das Geheimnis von Tylandor“ ist seit langer Zeit mal wieder ein wirklich lesenswerter Fantasy-Schmöker voller Spannung und ein „richtiges“ Kinderbuch, welches ich selbst nur allzu gerne als Kind gelesen hätte. Sowohl für Mädchen als auch für Jungen ein tolles Lese-Abenteuer, welches ich absolut empfehlen kann.

4Ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-423-76127-7 / Verlag: dtv / Übersetzer:

Seiten: 432 / ET: 20.11.2015 / Originaltitel:

2 Gedanken zu “[Rezension] Matthias Sachau – „Das Geheimnis von Tylandor“

  1. Diese ganzen Namen und Bezeichnungen finde ich selbst immer am schwierigsten, wenn man sich auf eine ganz neue Welt einlassen soll. Aber dass der Sachau jetzt auch Kinderbuch macht ist ja spannend! Im Vergleich zu seinen anderen Büchern, ist das Cover ja echt ziemlich gut geworden.

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