[Rezension] Antoine Laurain – „Der Hut des Präsidenten“

9783455650228Nachdem der französische Autor Antoine Laurain mit seinem Roman „Liebe mit zwei Unbekannten“ nicht nur zahlreiche Leser, sondern auch mich überzeugen konnte, ist heute sein neuester Roman erschienen: „Der Hut des Präsidenten“.

Die Geschichte spielt im Jahr 1986, François Mitterand ist aktuell Präsident Frankreichs und wird oft mit einem dunklen Filzhut auf dem Kopf fotografiert und gesehen.

Eines Abends gönnt sich Daniel Mercier ein Abendessen in einer vorzüglichen Brasserie – und sein Tischnachbar ist niemand geringeres als Präsident Mitterand persönlich. Als dieser beim Verlassen des Restaurants tatsächlich seinen Hut vergisst, nimmt Daniel diesen an sich – mit ungeahnten Folgen löst er so eine ganze Kette von Ereignissen aus, welche nicht nur sein Leben verändern werden.

Zuallererst ein paar wenige Worte zur Optik: ich liebe das Cover. Und ganz besonders gefällt mir, dass der Verlag das Buchcover ähnlich gestaltet hat wie das Cover zu „Liebe mit zwei Unbekannten“. Auch wenn beide Bücher völlig unabhängig voneinander sind, mag ich es, wenn man zwei Bücher eines einzigen Autors sofort miteinander verbinden kann. Und hier wird sofort klar, dass dies beides Romane von Antoine Laurain sind. Sollten weitere Romane hinzukommen, wird man auch diese hoffentlich am typischen türkis-roten Aussehen sofort erkennen können.

Der Hut des Präsidenten Antoine Laurain

Auch der leichte, schnörkellose Schreibstil Laurains war mir bereits aus „Liebe mit zwei Unbekannten“ wohl bekannt und auch hier mochte ich diesen sehr – genauso wie die Handlung an sich. Diese erinnert teilweise an den Klassiker Kleider machen Leute, denn scheinbar verleiht der Hut des Präsidenten seinem Träger eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein. So trägt der Hut dazu bei, dass Daniel für sich einsteht, dass die Nase nach Jahren endlich wieder seine Muse findet oder dass Fanny endlich ihre langjährige heimliche Affäre beendet. Im Grunde sehen diese Menschen mit diesem Hut auf dem Kopf plötzlich klarer, wissen, was sie wollen und wie sie das bewerkstelligen können. Ob dies tatsächlich nur daran liegt, dass der Hut die Initialen F.M. in seiner Innenseite trägt?

Durch wechselnde Erzählperspektiven wird die Geschichte des Hutes immer weiter getragen, von verschiedenen Charaktere erzählt. Hin und wieder kehrt die Handlung auch zum ursprünglichen Protagonisten, Daniel Mercier, zurück und so ergibt die gesamte Handlung am Ende ein großes Ganzes. Und der Epilog ist dann noch wie die Kirsche auf der Sahne und ein perfekter Abschluss.

Der Hut des Präsidenten Antoine Laurain

„Der Hut des Präsidenten“ erzählt eine bezaubernde Geschichte voller Charme, versteckter Botschaften und Weisheiten. Laurain schafft es mal wieder seine Leser nicht nur gut zu unterhalten, sondern sie wahrhaftig auf eine kleine Reise nach Frankreich mit zu nehmen. Mir hat das fast schon märchenhafte Buch unheimlich gut gefallen, deswegen eine absolute Leseempfehlung.

5ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-455-65022-8 / Verlag: Atlantik / Übersetzerin: Claudia Kalscheuer

Seiten: 240 / ET: 18.01.2016 / Originaltitel: „Le chapeau de Mitterand“

7 Gedanken zu “[Rezension] Antoine Laurain – „Der Hut des Präsidenten“

  1. Huhu liebe Jess,
    eine wunderschöne Rezension! Anfangs hat mich ja das Buch gar nicht angesprochen, aber nachdem ich heute Lottas Rezension gelesen habe, wurde ich neugierig.
    Und nachdem du jetzt auch so total begeistert bist, bin ich plötzlich Feuer und Flamme…. Obwohl mich ja das Cover so gar nicht anspricht ;/

    Alles Liebe, Nelly

    • Aber liebe Nelly, der Inhalt zählt! ;-) Auch wenn es natürlich schade ist, dass dir das Cover nicht gefällt. Vielleicht dann also das eBook? Finde ich bei so was immer eine super Alternative. Und es nimmt anderen Büchern keinen Platz weg. :-D

      Liebste Grüße!
      Jess

  2. tatzebuecherquatsch schreibt:

    Hey Jess :)

    mir erging es so wie Nelly. Anfangs dachte ich, das Buch wäre nichts für mich. Irgendwie komme ich nämlich nicht damit klar, wenn Bücher in Frankreich spielen. Jetzt kommen aber von überall die tollen Rezensionen (insbesondere auch deine), da will ich eigentlich direkt loslesen ;)

    Liebe Grüße,
    Tati

    • Liebe Tati,

      das kann ich sogar ein Stück weit verstehen. Mich macht Paris als Stadt z.B. auch gar nicht so sehr an, aber wenn die Geschichte drum herum passt, dann ist die Stadt ja eh nicht so wichtig. Und ich finde sogar, dass Paris hier fast gar keine Rolle spielt, zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass besonders viel beschrieben wird und der Autor einen auf Reiseführer macht. :-)

      Liebe Grüße!
      Jess

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