[Rezension] Anna Bell – „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ“

Eigentlich bist du gar nicht mein Typ Cover

Hinter dem sehr süßen Buchcover Anna Bells „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ“ steckt eine sehr typische romantische Komödie.

Als Abi nach einem Jahr Beziehung aus heiterem Himmel von ihrem Freund Joseph verlassen wird, nistet sie sich drei Wochen lang in ihrem Bett ein. Sie verlässt das Haus nicht, lässt sich ihr Essen und sonstige lebensnotwendigen Mittel nach Hause liefern und erscheint nicht bei der Arbeit.

Doch damit ist Schluss, als sie in einem alten Buch von Joseph eine Liste findet. Diese Bucket-List enthält 10 Dinge, die Joseph mal wohl unbedingt noch machen wollte. Und fast alle 10 Punkte sind Dinge, die Abi sich niemals trauen würde. Die sie nun aber doch in Angriff nehmen möchte – um Joseph zu zeigen, dass sie die richtige Frau für ihn ist.

Ich liebe bekanntlich gute Liebesgeschichten und habe auch nichts dagegen, wenn eine Geschichte zwar vorhersehbar ist, mich jedoch trotzdem noch fesseln, mitreißen kann oder wenn eben die Charaktere supersympathisch sind oder ich mich einfach mit ihnen wohl fühle. Und im Grunde erzählt Anna Bell hier gar nicht mal so eine schlechte Story – aber groß begeistern konnte sie mich zu keinem Zeitpunkt.

Eigentlich bist du gar nicht mein Typ Anna Bell primeballerina

Das fängt schon damit an, dass mir Abi von Anfang an eher unsympathisch war. Sie ist schon fast blind vor Liebe, wenn sie selbst Aspekte an ihrer Beziehung zu Joseph aufzählt, bei denen sofort sämtliche Alarmglocken schrillen, einfach ignoriert, genauso wie die ehrlichen Eindrücke ihrer besten Freundin. Sich vor Liebeskummer im Bett verkriechen – okay, kann man machen, aber drei Wochen lang? Nunja. Dann diese Sache mit der Liste – an sich eine sehr coole Idee, um sich vor dem Liebeskummer abzulenken. Aber es nur für den Ex zu tun, damit er einen selbst dann bitte wieder zurück haben möchte, obwohl er einen ziemlich plötzlich und schmerzlos abserviert hat? Bitte nicht.

Natürlich machen in all den romantischen Komödien die Frauen unmögliche Dinge, um die Liebe ihres Lebens zu retten und an sich fände ich all das hier nicht so schrecklich – eigentlich. Allerdings ist die Handlung auf den gut 400 Seiten so unfassbar absehbar, ohne jegliche Überraschungs- oder Spannungsmomente, dass ich mittendrin mir selbst schon ausdachte, welche Plottwists man unterwegs hätte einbauen können. Aber, wenigstens lässt sich diese Geschichte sehr gut und schnell lesen und wenn man einfach nur ein paar Stunden lang mit einer etwas netten Liebesstory gedanklich vollkommen abschalten möchte, dann eignet sich dieser Roman sicher bestens dazu.

Und obwohl ich sonst ziemlich selten Anmerkungen zur Arbeit der Übersetzerin habe, sind mir hier gleich zwei kleinere Aspekte negativ aufgefallen. Nämlich, dass sich die Übersetzerin scheinbar weder mit Social Media (genauer: Facebook und seine Benachrichtigungen) noch mit Serien („Grey’s Anatomie“ – ernsthaft?) auskennt. Schade, da hätte Google sekundenschnell Abhilfe geschafft.

So gerne ich humorvolle und gefühlvolle Liebesgeschichten lesen – diese hier war keine davon. Sehr vorhersehbar, voller langweiliger Klischees und eine recht rückgratlose Protagonistin. „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ“ ist zwar mein Typ, aber wir passen nicht zusammen.

2Ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-426-52011-6 / Verlag: Knaur / Übersetzerin: Silvia Kinkel

Seiten: 400 / ET: 01.06.2016 / Originaltitel: „The Bucket List to Mend a Broken Heart“

6 Gedanken zu “[Rezension] Anna Bell – „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ“

  1. Ooooookay, ich bin gerade ziemlich erleichtert, dass ich mir das Buch doch nicht geholt habe. Ich war nämlich hin- und hergerissen, als ich es gesehen habe, aber das klingt wirklich nicht überwältigend. Vorhersehbarkeit stört mich auch weniger, aber mit naiven und liebesblinden Charakteren (und inhaltlichen bzw. Rechtschreibfehlern) komm ich nicht klar.
    Also danke für diese „Warnung“ ;)

    Liebe Grüße,
    Katha
    (von Buntes Tintenfässchen)

  2. Hey Jess :)

    als ich das erste Mal über das Buch gestolpert bin, dachte ich mir direkt, dass es sicher sehr Klischee-haft sein würde. An sich ja nicht schlimm, aber wenn dann weder Geschichte noch Protagonisten überzeugen können, ist das schade. :(

    Vom Cover her dachte ich übrigens zuerst, dass es ein neuer Mhairi McFarlane ist, weil es diese typischen Farben und Elemente hat.

    Liebe Grüße,
    Tati

    • Liebe Tati,

      das mit McFarlane dachte ich übrigens auch sofort! Da haben sie die Cover aber auch wirklich sehr, sehr ähnlich gestaltet! Ich hätte es auch wahrscheinlich nicht gelesen oder gekauft, wenn es mir der Verlag nicht einfach zugeschickt hätte, wenn ich ehrlich bin. ;-)

      Liebe Grüße und danke für deinen Besuch!
      Jess

  3. Liebe Jess,
    ich habe es irgendwie geahnt. Wahrscheinlich lag es an der Ähnlichkeit des Titels zu den Titeln von Mc Farlane. Die sind nämlich nicht so mein Ding gewesen, obwohl die eigentlich echt gut geklungen haben. Ich war da nicht so überzeugt von und mit sehr großer Sicherheit wäre es mir mit diesem Buch haargenauso gegangen. Danke, für deine ehrliche Rezension. Das ist kein Buch, dass ich noch lesen werde.

    Liebst, Lotta

    • Stimmt, die Ähnlichkeit ist sehr groß. Und die Bücher von McFarlane konnten mich auch nur mittelmäßig überzeugen – was ja nicht groß verwunderlich ist, wenn es dir auch so ging. ;-)

      Liebsten Dank für deinen Besuch. <3
      Jess

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