[Rezension] Kiera Cass – „Siren“

u1_978-3-7335-0291-1Kiera Cass ist als Autorin der Selection-Reihe bekannt geworden und jetzt hat sie mit „Siren“ einen „neuen“ Roman veröffentlicht, welcher eigentlich bereits vor den Selection-Büchern erschienen ist, nun aber neu überarbeitet und veröffentlicht wurde.

„Siren“ erzählt die Geschichte von Kahlen und ihren Schwestern. Bei einem Schiffsunglück verlor Kahlen vor achtzig Jahren ihre Familie; sie wurden von einem rätselhaften Gesang angezogen und stürzten sich ins Meer. Doch die See bewahrte Kahlen vor dem Tod und machte sie stattdessen zur Sirene. Einhundert Jahre lang soll Kahlen der See dienen und mit ihren neuen Schwestern andere Schiffe zum Kentern bringen, unzählige Menschen ins Wasser stürzen und ertrinken lassen.
Seit achtzig Jahren dient Kahlen also der See und auch wenn es ihr viel zu oft schwer fällt, liebt sie doch die See und ihre Schwestern. Dann lernt sie aber einen Jungen kennen – und kann niemals mit ihm sprechen, weil sie ihn damit umbringen würde. Aber Akinli stört das nicht, er möchte die stumme, hübsche Kahlen trotzdem kennen lernen…

Nachdem ich damals die Selection-Bücher – oder eher die eigentliche Trilogie – sehr gerne gelesen habe, war ich natürlich auch sehr gespannt auf „Siren“. Dass die Geschichte eher nicht mithalten kann, hatte ich zwar bereits im Vorfeld ein wenig befürchtet, aber ich hatte mich trotzdem auf eine ganz nette und unterhaltsame Geschichte gefreut. Ein bisschen Fantasie, eine große Portion Gefühle und ein Hauch von Märchen hatte ich erwartet und das alles vermischt in einer süßen Story. Soweit die Erwartungen.

Rezension zu "Siren" von Kiera Cass, 2016 (primeballerina's books)

Der Anfang der Geschichte gestaltet sich dann auch recht vielversprechend. Wir lernen die Umstände von Kahlens Verwandlung zur Sirene kennen und springen dann zu ihrem Leben achtzig Jahre später. Wir stellen fest, dass die See wie eine Mutter für die Sirenen ist, Gefühle hat, „sprechen“ kann und in regelmäßigen Abständen tote Menschen benötigt, um sich ernähren zu können und um stark zu bleiben. Das und der Aspekt, dass es die See statt das Meer heißt, haben mich zwar bereits etwas stutzig gemacht und es kamen erste Zweifel auf, ob mir das Buch gefallen könnte. Aber ich habe dennoch weiter gelesen, weil ich wissen wollte, wie sich nun Kahlens Geschichte entwickeln würde.

Kahlen selbst sowie auch ihre Schwestern fand ich mit der Zeit leider etwas anstrengend. Ich konnte für die Sirenen einfach keine Sympathie entwickeln, kam zudem mit Kahlens Gejammer nicht zurecht – schließlich hat sie sich, trotz allem, dieses Leben irgendwo ein Stück weit selbst ausgesucht. Dass sie sich dann allen Verboten und Warnungen zum Trotz Akinli (was ist das für ein Name?) annähert, war natürlich dumm, was zu entschuldigen wäre, weil ja irgendwie eine Handlung entstehen muss, aber das Ganze kam mir tatsächlich auch etwas sehr unauthentisch und lieblos erzählt vor. Während mich die Autorin damals bei Selection noch fesseln und gut unterhalten konnte, fehlte hier beides vollkommen.

Hätte ich das Buch nach den ersten zwei Dritteln beurteilen müssen, hätte ich gesagt, dass es mir mittelmäßig gut gefällt. Es ist zwar nichts Besonderes, aber noch in dem Rahmen interessant, dass ich es nicht abbrechen würde. Doch im letzten Drittel nimmt die Handlung eine so abstruse Wendung, dass ich am Ende tatsächlich nur noch kopfschüttelnd weitergelesen habe und einfach nur froh war, als es dann zum Schluss kam.

Es gibt viele fantastische Geschichten, bei denen sich die Autoren so einiges einfallen lassen, aber die Handlung hier in „Siren“ liest sich – meiner Meinung nach – einfach wie das Werk einer einfallslosen Autorin, die nicht ein Fünkchen Originalität besitzt. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass Cass schlichtweg ein paar Märchenerzählungen und Sagen rund um die Sirenen zusammengeschustert hat. Auf jeden Fall wirkte es so gar nicht wie das Werk einer eigentlichen Bestsellerautorin. Da dieser Roman bereits überarbeitet worden ist, kann ich mir ehrlicherweise nicht vorstellen, wie schlecht er davor gewesen sein mag. Wobei gesagt werden muss, dass ich die anderen Bücher alle im Original und nicht auf deutsch gelesen habe – wie sich also der Schreibstil tatsächlich unterscheidet, kann ich nicht wirklich beurteilen.

„Siren“ lässt sich leider so überhaupt nicht mit der Selection-Reihe vergleichen – außer vielleicht in dem Punkt, dass die Autorin anscheinend keine netten, sympathischen, nicht-nervigen Charaktere erschaffen kann. Von mir gibt es deswegen dafür leider so gar keine Leseempfehlung.

1ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-7335-0291-1 / Verlag: FISCHER / Übersetzung: Anna Julia Strüh

Seiten: 368 / ET: 13.10.2016 / Originaltitel: „The Siren“

14 Gedanken zu “[Rezension] Kiera Cass – „Siren“

  1. Liebe Jess,

    oha, ich habe jetzt mal nur auf das Fazit geschaut, weil das Buch auch noch auf meinem SuB liegt…
    Da bekomme ich ja doch ein bisschen Bammel…
    Na mal schauen.
    Ich bin gespannt!

    Liebe Grüße
    Ramona

  2. Mit „Oha!“ muss auch ich anfangen.

    Ich bin froh diesmal abgewartet zu haben, wie sich Siren bei den Bloggern so entwickelt. Vorhin hab ich auch sowas ähnliches schon bei hisandherbooks.de gelesen. Jetzt deine Rezension. Also ich werde meine Fingerchen von der Geschichte lassen.

    Liebe Grüße
    Rebecca

  3. Oje, das klingt ja gar nicht gut. Ich bin auch ein richtiger Fan der Selection-Trilogie und wollte „Siren“ auf jeden Fall lesen, aber momentan häufen sich die negativen Meinungen ja richtig. Das macht mich dann doch etwas skeptisch, ob ich mich wirklich rantrauen soll ;)

    Liebe Grüße,
    Moni

  4. Gut, dass ich noch abgewartet habe :D die negativen Meinungen häufen sich zu diesem Buch so langsam.. das heißt ich verzichte darauf (:
    Sehr schade.

    Liebe Grüße! (:
    Anna

  5. Liebe Jess,
    danke für die Warnung ;-) Ich habe allerdings auch die Selection Reihe nie gelesen und keine Ahnung, was Kiera Cass für einen Schreibtsil hat … ähm, ich hab aber auch nicht vor die Reihe noch zu lesen ;-) Aber ich lese wirklich gerne Rezensionen von schlechten Büchern – die gibt es viel zu selten (ich bin da ganz still, denn wenn ich ein Buch nach 100 Seiten abbreche, schreibe ich leider meist keine Rezension).

    Liebe Grüße & YEAH .. bald ist LESEPARTY!
    Kati

  6. Mir hatte die Selection-Reihe schon nicht gefallen und habe nach Band 3 nicht mehr weiter gelesen. Und bei Sirenen habe ich schon schlimmstes befürchtet. Was du ja nun auch bestätigt hast. Vielen dank für die Warnung. :)

  7. Das klingt ja leider nur mäßig…
    Ich habe bisher leider noch keinen Vergleich, weil ich „Selection“ bisher noch nicht gelesen habe.

    Dann werde ich dieses Werk wohl wieder von der Wunschliste streichen müssen, denn was mich in der Regel an Büchern sehr abschreckt, sind unsympathische Figuren, die es nicht schaffen einen abzuholen. Manche Werke brauchen solche Charaktere zwar, das sehe ich ein, aber bei einer angedachten Lovestory geht das für mich leider gar nicht, denn da muss ich mich einfach, zumindest mit einem der Protagonisten identifizieren oder immerhin mitfiebern können.

    Liebe Grüße,
    Jen

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