„King of Scars“ von Leigh Bardugo

Es gibt jedes Jahr einige wenige Must-Read-Neuerscheinungen, doch nur sehr wenige Bücher, auf die man so sehr hinfiebert, wie ich es dieses Jahr bei dem neuesten Roman von Leigh Bardugo getan habe. Nachdem „Six of Crows“ und „Crooked Kingdom“ für mich absolute Highlights waren und immer noch sind, freute ich mich unfassbar auf „King of Scars“ – schließlich sollte nun endlich Sturmhond bzw. Nikolai die Hauptrolle spielen. Und so sehr ich die Dregs geliebt habe – Nikolai war der heimliche Liebling. Als ich also letztes Jahr erfahren habe, dass er seine eigene Dilogie erhalten würde, fing das lange Warten an.

Und dann war es endlich soweit – das Lesen konnte beginnen. Und schon nach dem ersten Kapitel schwante mir, dass dies vielleicht doch nicht die erwünschte Geschichte werden würde. Denn ich hatte im Voraus nichts über den Inhalt gelesen, wollte mich überraschen lassen. Eine Überraschung war es dann zwar – doch leider eine eher ernüchternde. Versteht mich nicht falsch – den Schreibstil von Leigh Bardugo liebe ich immer noch, auch Nikolai begeistert mit seiner unvergleichlichen Art. Auch habe ich mich auf das Wiedersehen mit Nina und Zoya gefreut. Doch die Handlung ist teilweise recht langatmig, sprunghaft und weist über die 500 Seiten einfach keinen roten Faden auf. Und was mir letztendlich wahrscheinlich am meisten gefehlt hat, sind schlichtweg die Dregs. Die so unterschiedlichen Charaktere, ihre verrückten Abenteuer, die genialen Dialoge. Natürlich weist auch „King of Scars“ interessante Charaktere auf – mit den Dregs können sie aber bei Weitem nicht mithalten.

Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Ereignisse in „King of Scars“ nicht unbedingt auf der Handung in der Six-of-Crows-Dilogie aufbauen (außer natürlich das Offensichtlichste), sondern auf der Grischa-Trilogie. Während man für das Lesen der Dilogie die Trilogie nicht unbedingt kennen musste, ist die Trilogie für das Lesen von „King of Scars“ unabdingbar. Denn hier wird nochmal die gesamte Geschichte um Alina und den Darkling aufgerollt… schließlich mischte Nikolai bereits vor drei Jahren mit den beiden mit. Und irgendwann im Laufe der Lektüre wurde mir dann auch klar, wieso mich KoS nicht so fesselt und mitnimmt wie erhofft: Bereits die Grischa-Trilogie konnte mich nur mäßig begeistern. Und mit den neuesten Ereignissen kehren wir wieder zur eigentlichen Trilogie zurück – und irgendwie gefällt mir das gar nicht. Die einzige Hoffnung, die mir noch bleibt, ist diese, dass der zweite Band um meinen geliebten Nikolai das Blatt noch wenden kann. Schließlich war vorher „Crooked Kingdom“ auch schon der stärkere Band, wieso sollte es hier anders sein?

Kurzum: Die Vorfreude auf „King of Scars“ war enorm, umso ernüchterter dafür das Lesevergnügen. Es war zwar toll, wieder auf bekannte Charaktere zu treffen und für ein paar Lesestunden ins Grischaverse abtauchen zu können, aber meine – zugegeben sehr hohen – Erwartungen konnten nicht erfüllt werden.

Für alle interessierten Leser*innen also kurz der Hinweis: Es macht sehr wenig Sinn, „King of Scars“ ohne jegliche Vorkenntnisse zu lesen. Tatsächlich würde ich behaupten, dass ihr sowohl die Trilogie als auch die Dilogie gelesen haben müsst. Für die Crows-Dilogie braucht ihr dafür weder die Trilogie noch „King of Scars“.

Gleichzeitig zur Lektüre durfte ich meine erste Saints-&-Scars- Illumicrate-Box auspacken und möchte die Inhalte direkt mit euch teilen – denn auch wenn mir KoS nicht so gut gefallen hat, wie ich es mir gewünscht hätte, so liebe ich das Grischaverse!

 

1 comment

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  1. katizeitzulesen

    Liebe Jess,
    Oh nein, wie schade, dass sich Deine Erwartung nicht erfüllt hat :-( Das tut mir leid. Ebenso wie Du, habe ich diesem Buch entgegen gefiebert, allerdings bin ich auch ein großer Fan der Grisha Trilogie, die mir besser als Six of Crows gefallen hat. Von demher war ich begeistert vom Inhalt, auch wenn der Darkling erst einmal eine nicht so starke Rolle spielte, wie ich erwartet hatte.
    Du hast völlig Recht, KoS wird schwierig für alle , die Siege and Storm nicht zuvor gelesen haben, denn mit den Dregs hat KoS nicht all zu viel zu tun. Ich persönlich habe mich köstlich über die Dialoge zwischen Zoya und Nikolai amüsiert aber die englische Sprecherin des Buches hat auch ganze Arbeit geleistet.
    Mein Fazit hat daher rundum positiv und ich wünschte, Band 2 wäre schon auf dem Markt :-)
    Viele liebe Grüße
    Kati

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